Wandern im Hochsauerland

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Im Hochsauerland gibt es so viele Wanderwege, dass man mehrere Jahre bräuchte, um sie alle zu erwandern. Und trotz der Menge: Ein Großteil der Wanderwege im Hochsauerland ist sogar nach modernen Qualitätskriterien zertifiziert. Es fällt demnach nicht eben leicht, Empfehlungen auszusprechen.

Eine solche Empfehlung ist sicherlich der Kahler-Asten-Steig (16km). Viel mehr Hochsauerland geht wohl bei diesem als Rothaarsteig-Spur ausgeschilderten Rundwanderweg nicht. Von Westfeld, einem Stadtteil von Schmallenberg, geht es über den Hintersten Hohen Knochen (750m) hinauf aufs Dach Nordrhein-Westfalens, den Kahlen Asten (842m). Über die Lenne-Quelle wandert man wieder zurück und genießt herrliche Fernsichten über den Rothaarkamm.

Eine weitere klare Empfehlung ist der Hochheideweg (8km) bei Hildfeld. Er führt durch das Naturschutzgebiet Neuer Hagen, das größte zusammenhängende Hochheidegebiet Deutschlands. Ebenfalls kommt man auf dem Hochheideweg zur Quelle der Hoppecke und kann in der Hochheidehütte zünftig Rast machen.

Ganz im Westen des Hochsauerlands bietet sich auf den Rothaarvorhöhen eine Wanderung auf der Oberhundemer Bergtour (11km) an. Es geht u.a. an der markanten Felsformation der Oberhundemer Klippen vorbei zum Kahleberg (711m), auf dem sich im Sommer ein rot- violettes Meer von Waldweidenröschen im Wind wiegt.

Das Hochsauerland hat natürlich nicht nur Berge zu bieten. Eine erstaunlich flache Runde ist der Hennesee-Rundweg (15km) unweit von Meschede, der Kreisstadt im Hochsauerland. Man umwandert das Vorbecken und kommt später zur Berghauser Bucht und zur Anlegestelle der Personenschifffahrt auf dem Hennesee.

Nun wieder hinauf auf die Gipfel, z.B. auf dem Willinger Rundwanderweg (13km), der von Willingen aus zunächst zur Mühlenkopfschanze und weiter ins Naturschutzgebiet Alter Hagen führt. Man kommt über den Hopperkopf (832m) zur Quelle der Itter, passiert den Willinger Kyrillpfad und steigt dann hinauf auf den Ettelsberg (838m). Vom Hochheideturm, dem höchsten Aussichtspunkt Nordrhein-Westfalens, genießt man den weiten 360-Grad-Blick.

Der Gipfelsteig Olsberg (13km) führt vom Rosendorf Assinghausen hinauf auf den Olsberg (704m), von dem man eine schöne Sicht auf die gleichnamige Stadt Olsberg und den markanten Ruhrknick genießt. Auch die Bruchhauser Steine kann man von unterwegs schön sehen.

Länger und nicht mehr an einem Tag zu bewältigen ist der Bestwiger Panoramaweg (55km). Aber es lohnt sich: ob Plästerlegge (der einzige natürliche Wasserfall in Nordrhein-Westfalen) oder der Venetianerstollen am Bastenberg (745m), ob Freizeitpark Fort Fun oder der Blick vom Aussichtsturm Steinbergruine auf das Hochsauerländer Schluchtgebirge: Der Bestwiger Panoramaweg geizt nicht mit Höhepunkten.

Wer noch länger wandern will, kann einen der vielen Fernwanderwege im Hochsauerland bewandern. Am bekanntesten ist der Rothaarsteig, der von Brilon im Nordwesten des Hochsauerlands über die Bruchhauser Steine zum Kahlen Asten und dann weiter nach Schmallenberg führt, bevor es durchs Siegerland zum Ziel nach Dillenburg geht.

Ebenfalls überregional bekannt ist der Sauerland-Höhenflug, der von Meinerzhagen im Ebbegebirge durchs Hochsauerland nach Korbach im Waldecker Land führt. Im Hochsauerland passiert der Sauerland-Höhenflug Bad Fredeburg, leitet über die Hunau (818m) hinauf zum Kahlen Asten, weiter über die Ziegenhelle (816m) durch die Hallenberger Bucht und die als Toskana des Sauerlands bekannte Medebacher Bucht, bis man hinüber nach Hessen wechselt.

Der Uplandsteig führt als Rundwanderweg einmal durchs Willinger Upland. Von Willingen folgt man dem Uplandsteig zu den Resten der Schwalenburg, dem Dommelturm, der Hochheide Neuer Hagen am Clemensberg (839m) und zum Langenberg (843m), dem höchsten Berg in Nordrhein-Westfalen.

Wer richtig weit wandern will, der kann das Hochsauerland auf dem Europäischen Fernwanderweg E 1 durchmessen. Der E 1 kommt über den Eggeweg aus dem Teutoburger Wald nach Marsberg und leitet über Willingen zum Kahlen Asten und weiter durchs Gebiet von Schmallenberg ins Wittgensteiner Land, bevor man sich schließlich nach Siegen und zur Burg Freusburg orientiert, wo der E 1 von den Wandervereinen im Westerwald weitergeführt wird.

Einer der schönsten Fernwanderwege des Sauerländischen Gebirgsvereins (SGV) ist der Robert-Kolb-Weg, der mit der Kennung X6 markiert ist und von Hagen durchs Ebbegebirge auf die Rothaarvorhöhen führt und dann über den Rothaarkamm hinauf zum Kahlen Asten leitet. Durch die Medebacher Bucht zielt der Robert-Kolb-Weg schließlich das Ziel in Korbach an.

Als X10 ausgeschildert ist der Wilhelm-Münker-Weg, der als Nord-Süd-Route in Warstein beginnt, bei Bestwig die Ruhr passiert und über die Plästerlegge und die Hunau (818m) nach Schmallenberg leitet. Ziel des Wilhelm-Münker-Wegs ist Hilchenbach im Siegerland.

Zwei weitere interessante Fernwanderwege im Hochsauerland sind der Astenweg (X14), der ebenfalls in Warstein beginnt und über den Kahlen Asten nach Biedenkopf im Lahn-Dill-Bergland führt, und der Hunauweg (X 25). Der Hunauweg leitet von Finnentrop über Bad Fredeburg auf die Hunau und endet schließlich im hessischen Korbach.

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