Wandern im Hessischen Westerwald

Der Hessische Westerwald bietet für Wanderer zahlreiche Möglichkeiten, die waldreiche Mittelgebirgslandschaft zwischen dem Dilltal von Haiger bis Wetzlar und der Landesgrenze zu Rheinland-Pfalz zu erkunden. Bei Dillenburg und Herborn geben sich einige große Fernwege die Hand: Westerwaldsteig, Rothaarsteig und Lahn-Dill-Bergland-Pfad treffen sich hier.

Die beiden ersten Etappen des Westerwaldsteigs sind daher auch die erste Empfehlung für eine Wanderung durch den Hessischen Westerwald. Vom Start am Marktplatz in Herborn führt die erste Etappe in die Karstlandschaft von Erdbach, wo mit dem Herbstlabyrinth die größte Höhle Hessens entdeckt werden kann. Die zweite Etappe führt dann durch die Gemarkung Driedorf hinauf auf den höchsten Punkt im Westerwald, die Fuchskaute (657m).

Als Alternative zu diesem Einstieg in den Westerwaldsteig wurde 2010 als sogenannte Wäller Tour die Greifenstein-Schleife eröffnet. Dieser Weg verläuft etwas südlicher durchs Greifensteiner Land über Burg Greifenstein, die Ulmtalsperre, den Nenderother Wasserfall und die Krombachtalsperre bis nach Rehe im Hohen Westerwald, wo an den Westerwaldsteig angeschlossen wird.

Der Rothaarsteig, einer der bekanntesten Fernwege Deutschlands, endet in Dillenburg. Die achte Etappe führt von der Kalteiche (579m) an der Landesgrenze zu Nordrhein-Westfalen durchs Dilltal und die Struth nach Dillenburg in den Hofgarten. Noch mehr Hessischen Westerwald gibt es allerdings bei der Westerwaldvariante des Rothaarsteigs, auf der man der Hickengrund durchwandert und über die Fuchskaute durchs Aubachtal nach Dillenburg kommt.

Wer das Rothaarsteig-Feeling in konzentrierter Form und auf hessischem Boden erleben möchte, wandert das A und O des Rothaarsteigs, ein Rundweg, der von Dillenburg hinauf auf den Kornberg (454m) und über den alten Handelsweg Rheinstraße wieder zum Ausgangspunkt zurück führt.

Ein besonders beliebtes Wandergebiet im Hessischen Westerwald ist der Knoten (605m) im Greifensteiner Land. Hier gibt es eine mit dem Deutschen Wandersiegel ausgezeichnete Hessen-Extratour, die das Knotengebiet von Driedorfer Seite aus erkundet und dabei auch Mademühlen, den Geburtsort des Westerwald-Dichters Adolf Weiß, mit einschließt. Weiß ist u.a. der Westerwaldgruß zu verdanken: Hui! Wäller? Allemol!

Geschichte und Kultur der im 17. Jahrhundert im Greifensteiner Land angesiedelten Hugenotten vermittelt der historische Hugenotten-Wanderweg. Startpunkt ist der Hugenottenbrunnen in Greifenthal. Von hier geht es zur Hugenottenkirche in Daubhausen und über den Welschen Born zurück zum Start.

Weiter südlich verläuft einer der beliebtesten Wege im gesamten Lahntal, die Rundtour durch die Steilhänge der Lahn. Man kann in Villmar auf der Taunusseite des Lahntals starten und dann links der Lahn nach Runkel mit der alten Burg Runkel und der Burg Schadeck wandern. Zurück geht es rechts der Lahn am eindrucksvollen Unica-Bruch vorbei zurück nach Villmar.

Ebenfalls zwei Burgen bietet die Zwei-Burgen-Wanderung im Greifensteiner Land. Recht unspektakulär wandert man zunächst zu der modern aufgefrischten Burg Beilstein, um dann umso spektakuklärer hinauf auf die Burg Greifenstein zu marschieren. Die beeindruckenden Doppeltürme des Bergfrieds, die Schlosskirche und der faszinierende Blick hinein ins Lahn-Dill-Bergland machen die Tour zu einem absolut lohnenswerten Ausflug.

Unsere letzte Empfehlung für eine Wanderung im Hessischen Westerwald schließlich ist der ruhige, aber umso schönere Ulmtalrundwanderweg, den man schwerlich an einem Tag schafft, aber problemlos in kleinere Etappen einteilen kann. Der Ulmtalrundwanderweg führt von der Einmündung der Ulm in die Lahn bei Biskirchen über Allendorf und die Ulmtalsperre bis nach Beilstein und auf der anderen Uferseite wieder retour.