Wandern bei Regenwetter? Aber sicher doch!

Ein wolkenverhangener Himmel, Niesel- oder sogar echtes Regenwetter? Bei diesen Witterungsbedingungen denken nur die wenigsten daran, zu einem Wanderausflug aufzubrechen. Schade – schließlich hat auch das Wandern bei Regen ganz eigene, abwechslungsreiche Reize.

Wandern bei Regenwetter: Eine Einstellungssache

Das alte Sprichwort, demzufolge es kein schlechtes Wetter, sondern nur falsche Kleidung gibt, ist den meisten bekannt. Dennoch denken nur die wenigsten bei Regenwetter ans Wandern. Das wird bereits daran deutlich, dass sich die meisten Wanderer höchsten um die passende Wanderausrüstung für den Winter bemühen. Nach dem passenden Wander-Schuhwerk für Regenwetter macht sich hingegen kaum ein Wanderer auf die Suche.

Das ist schade, schließlich zeigen sich Wanderrouten bei Regenwetter von einer ganz neuen, interessanten Seite. Und auch Wanderrouten in Gebieten mit viel Niederschlag lassen sich viele Wanderer so entgehen. Der Ratgeber „Wanderurlaub im Allgäu“ zeigt beispielsweise, dass im Allgäu mit recht viel Niederschlag zu rechnen ist. Gleichzeitig präsentiert er viele schöne Wandermöglichkeiten. Regenvermeider lassen sich diese aber besonders oft entgehen.
 
Grund genug, dem Wandern bei Regen zumindest einmal eine Chance zu geben. Passend gekleidet, geht es dann auf in ein regnerisches Wanderabenteuer.

Warum Wandern bei Regen reizvoll ist

Naturlandschaften, Berge und Täler sind nicht nur bei schönem Wetter beeindruckend. Auch oder gerade vor einem wolkenverhangenen Himmel lassen sich bekannte Landschaften völlig neu entdecken. Schließlich kennen die meisten Wanderer ihre Lieblingsrouten nur bei gutem Wetter. Welche Eindrücke entstehen, wenn Nebel zwischen den Bäumen hängt und aus einem Bach ein Fluss wird, wissen hingegen nur die wenigsten.

Außerdem interessant: Das Regenwetter und die höhere Luftfeuchtigkeit locken viele eher unbekannte Tiere aus ihren Verstecken. So lassen sich bei einer Wanderung bei Regen nicht nur Schnecken, sondern mit etwas Glück auch seltene Salamander beobachten. Und selbst dann, wenn sich kein Wildtier zeigt: Mit Regentropfen verziert, wird sogar ein Spinnennetz zu einem Kunstwerk.

Höchste Zeit also, um beliebte Wanderrouten einmal mit anderen Augen zu sehen und sie durch einen Regenschleier zu betrachten. Nebenbei hat das Wandern bei Regenwetter sogar noch praktische Vorteile:

Bei Regenwetter wird es selten zu heiß. Und auch diejenigen, die ihre Sonnencreme öfter einmal vergessen, haben keine unangenehmen Konsequenzen zu befürchten.

Wandern bei Regen: Auf die richtige Ausrüstung kommt es an

Zu einer Wanderung im Regen gehört selbstverständlich die richtige Einstellung dazu. Allerdings darf auch die passende Ausrüstung nicht fehlen. Nur so wird die Wanderung im Regen zu einem Abenteuer, anstatt ins Wasser zu fallen.

Um auch im Regen sicher und entspannt zu wandern, sind folgende Ausrüstungsgegenstände wichtig:

  • feste, wasserdichte Schuhe
  • Regenjacke
  • Regen-Überhose
  • regenfeste Hülle für den Rucksack

Neben einer Regenjacke sind insbesondere wasserdichte Schuhe besonders wichtig. Allerdings sollte darauf geachtet werden, dass die Schuhe nicht nur wasserdicht sind. Sie sollten zudem über eine rutschfeste Sohle verfügen, um Stürze zu vermeiden.

Ist bei Regenwetter mit rutschigem Untergrund zu rechnen, sind auch Wanderstöcke sinnvoll. Mithilfe der Stöcke wird auch das Wandern bergab zügig – und ohne zu rutschen – möglich. Gleichzeitig helfen die Stöcke dabei, die Knie zu schonen.

Ebenfalls sinnvoll: Ist nicht nur mit Regen, sondern auch mit niedrigen Temperaturen zu rechnen, sollten Handschuhe nicht fehlen. Insbesondere bei der Nutzung von Wanderstöcken sind Handschuhe sinnvoll, um nicht von den Griffen abzurutschen.

Auf einen Schirm sollte beim Wandern im Regen hingegen besser verzichtet werden. Der Schirm schränkt die Bewegungsfreiheit ein und ist im Gelände unpraktisch. Besser ist eine verlässliche Regenjacke mit Kapuze. Verlässlicher als ein Schirm sorgt die Regenjacke dann dafür, dass Feuchtigkeit von außen nicht zum Körper durchdringt. Gleichzeitig kann die Feuchtigkeit aber nach außen entweichen.

Zu beachten ist allerdings: Auch bei der besten Regenjacke kann es vorkommen, dass Feuchtigkeit durch den Kragen ins Innere läuft. Das kann ziemlich störend sein. Sinnvoll ist es daher, unter der Regenjacke etwa eine Fleece-Jacke zu tragen.

Die richtige Tour für eine Regenwanderung auswählen

Nicht alle Wanderrouten sind für eine Wanderung bei Regen gleichermaßen gut geeignet. Bestimmte Touren oder sogar bei gutem Wetter einfache Anstiege werden bei Regen zu schwierig. Insbesondere Kletterpassagen können bei Regen seifenglatt und damit nicht bewältigbar werden.

Ist Regenwetter zu erwarten, sollte also besser auf bereits bekannte Touren sowie einfache Wanderungen gesetzt werden. Sogar bekannte Wege entfalten bei Regenwetter dabei einen völlig neuen Charme. Vorteilhaft ist außerdem, dass sie sich leichter einschätzen lassen. Das minimiert die Gefahr, die Tour bei Regen nicht zu schaffen oder sich zu überfordern.

Das Wetter im Auge behalten

Selbst wenn eine Regenwanderung bewusst geplant ist: Gerade bei weniger gutem Wetter ist es wichtig, die Witterung genauer zu beobachten. Obwohl eine Wanderung im Regen Spaß macht – kündigt sich ein Gewitter an, ist es sicherer, daheim zu bleiben.

Außerdem ist es sinnvoll, bei sehr dichtem Nebel oder Schneefall nicht zu starten oder die Tour abzubrechen. Beide Witterungsverhältnisse können die Orientierung erheblich erschweren. Das wiederum bringt stets die Gefahr von Verletzungen mit sich und reduziert den Wanderspaß.

Was, wenn ein Gewitter aufzieht?

Kündigt sich ein Gewitter an, ist es besser, die Regenwanderung gar nicht erst anzutreten. Zieht das Gewitter aber während der Tour auf, gilt es, einige Unwetterregeln zu beachten:

  • Sofern man zwischen einem Blitz und dem Donnergeräusch noch bis 10 zählen kann, schnell einen sicheren Unterstand suchen.
  • Bei Gewittereinbruch freie Flächen wie Wiesen und Felder verlassen. Der Blitz „sucht sich“ schließlich stets die höchste Erhebung.
  • Bäume sind während eines Gewitters kein sicherer Unterstand. Schlägt der Blitz ein, können herabfallende Äste den Wanderer verletzen oder Spannung kann sich übertragen.
  • Während eines Gewitters sollten Metalle (z. B. Wanderstöcke oder Handy) nicht angefasst werden. Erfolgt ein Blitzeinschlag, kann es an den Kontaktstellen mit dem Metall zu Verbrennungen kommen.
  • Ein Gebäude ist der sicherste Unterstand während eines Gewitters. Alternativ dazu bietet ein geschlossenes Fahrzeug Schutz. Sollte beides nicht erreichbar sein, ist es sinnvoll, sich in eine Senke oder unter einen Felsvorsprung zu hocken.

Bildnachweis: Von Zach Reiner [Lizenz] via unsplash.com

Weitere Artikel dazu finden Sie in den Wandermagazin-Ressorts:

Wanderratgeber
Vgwort