Wander-Apps: Welche Risiken bestehen bei der Nutzung?

Die Vorteile, die man sich bei der Nutzung von Apps zum Wandern, und den diversen Kartenfunktionen einholt, sind schwer zu übersehen: mittlerweile ist es möglich, den eigenen Standort allein durch GPS Daten zu ermitteln. Wer sich im Vorfeld die richtigen Karten heruntergeladen hat, kann so auch tief im abgelegensten Gebiet noch orten, wo sie oder er gerade steht.

Aber wie steht es um die Privatsphäre bei der Nutzung von Maps und Apps aus? Kann man diesen Anbietern vertrauen, und wie viel Information brauchen sie überhaupt, um ihre Funktion zu erfüllen? Welche Möglichkeiten habe ich als Nutzer, die Übertragung meiner persönlichen Daten einzudämmen? Wir sind diesen Fragen ein wenig nachgegangen, um die etwaigen Risiken bei der Nutzung von beliebten Apps einzuschätzen.

Welche Karten-Apps sammeln Standortdaten, und wozu tun sie das?

Es ist mittlerweile vollkommen normal, eine Vielzahl von verschiedenen Apps auf dem Handy zu haben, die sich vielleicht gar nicht mehr alle ganz genau zuordnen lassen. Vor allem wer Spaß daran hat, sich in den Wäldern, Fluren und Bergen aufzuhalten, hat einen enormen Bedarf an Karten und Standort Hilfen. Wer nicht mehr mit Kompass und Papierkarte unterwegs ist, wird sich mit hoher Wahrscheinlichkeit an mindestens einem der vielen verfügbaren Dienste bedienen. Äußerst beliebt ist Google Maps, dass auf Android Geräten sowieso schon installiert ist, und durch die Strahlkraft des amerikanischen Konzerns und dessen Suchmaschine eine riesige Position am Markt einnimmt. Dicht gefolgt wird Google Maps von Apple, dass auf den eigenen Geräten die Karten App des Unternehmens vorinstalliert.

Google und Apple profitieren beide von einem möglichst hohen User Engagement, und möchten dass Nutzerinnen und Nutzer so viel an die App preisgeben, wie möglich. Vor allem das System zur Rezension von Restaurants, Geschäften und anderen Standorten ist wichtig, und hier sind diese beiden Großkonzerne in einem ständigen Wettkampf für User.

Welche Daten werden von Wander Apps gesammelt?

Die Zahl der Apps, die sich an Wanderer und andere Naturfreunde widmet, steigt stetig. Besonders in Zeiten, in denen Outdoor Sport eine größere Beliebtheit erreicht, wächst natürlich auch die Nachfrage nach digitalen Hilfsmitteln. Ob sich eine App im Gegenzug für ihre Leistungen vielleicht ein bisschen zu stark an privaten Geodaten bedient, hat leider oft etwas damit zu tun, ob sie kostenpflichtig ist, oder nicht. Besonders die schlichten, einfachen Apps, die einem bestimmte Routen einfacher machen sollen, beinhalten leider oft miese Tricks in den Zustimmungen. Natürlich ist dies keine absolute Faustregel, doch in vielen Fällen lohnt sich eine Premiumversion, um der Abgabe von privaten Dateien entgegen zu wirken.

Wie lassen sich die Risiken bei der Nutzung von Apps mit Standort Befugnis eingrenzen?

Es gibt eine ganze Palette von Möglichkeiten, um das Risiko für die eigene Privatsphäre bei der Nutzung von Apps mit Standort Befugnissen zu reduzieren. An erster Stelle steht natürlich ein gesunder Rechercheprozess, wenn es darum geht, welche Apps aufs Handy kommen, und welche nicht. Auch wenn der Google Play Store und der App Store von Apple sich darum bemühen, offensichtlich kriminelle Apps und Anwendungen nicht ins Sortiment zu lassen, kommen trotzdem öfter die schlauen Betrüger auch an dieser Prüfung vorbei. Zudem gibt es leider in beiden Shops eine ganze Anzahl von Apps im Angebot, die zwar nicht unbedingt gesetzeswidrig sind, aber dafür unverschämt viele Befugnisse über private Daten anfragen. Dementsprechend empfiehlt sich vor jeder Installation eine Recherche zu den Leistungen und Befugnissen der jeweiligen App.

Im zweiten Schritt sollten die Möglichkeiten aller Apps (ob sie dem Wandern oder anderen Zwecken dienen), Standorte und andere Daten zu übermitteln, auf das absolute Minimum reduziert werden. Wer sich die Befugnisse von vielen Apps genauer anschaut, wird sehen dass sie oft in den Grundeinstellungen so aufgebaut sind, dass sie sogar den Standort übermitteln, wenn sie gar nicht genutzt werden. Es empfiehlt sich also, bei allen Apps die mit dem Standort arbeiten, darauf zu achten dass die Grundeinstellungen überprüft, und falls notwendig, abgeändert werden.

Zu guter letzt empfiehlt sich für alle Nutzerinnen und Nutzer die Wert auf ihre Privatsphäre legen der Einsatz eines VPNs. VPN steht für Virtual Privat Network, und diese machen es Leuten möglich, sich sehr viel anonymer im Netz zu bewegen. Mittlerweile bieten fast alle namhaften VPN Anbieter auch eine App Version ihrer Dienste für das Handy an, was die volle Bandbreite dieses machtvollen Werkzeugs auf für mobile Geräte freigestellt. In Bezug auf Standort Infos sind VPNs vor allem deshalb nützlich, weil Sie Nutzern die Möglichkeit geben, ihren virtuellen Standort selber auszuwählen. So kann man sich durch ein paar Klicks ganz einfach einer guten Wander-App bedienen, ohne gleich sein gesamtes Privatleben an eine unbekannte Firma weiterzugeben.

Bildnachweis: Von Antonio Grosz [Lizenz] via unsplash.com

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