Tipps zu Wanderproviant und Aufbewahrung

Auf was es bei der Wahl des passenden Wanderschuhwerks ankommt, das wissen die meisten mittlerweile aus dem Effeff. Eine rutschfeste Sohle, eine Schuhhöhe, die über die Knöchel reicht sowie eine sehr gute Verarbeitung der Nähte sind die Grundlagen, weitere Details sind hier nachzulesen. Zum Schuhwerk muss auch die jahreszeitlich angepasste Bekleidung passen. Zudem reihen sich neben die Klassiker Fernglas und Kamera immer häufiger auch technische Helfer wie etwa eine Fitnessuhr oder ein GPS-Navi. All diese Teile des Equipments haben ihre Berechtigung und müssen Teil jeder Wandertour sein. Doch was ist eigentlich mit dem Proviant? Was besonders gut geeignet ist auf Tour und, worin es idealerweise verwahrt werden sollte, verrät dieser Beitrag.

Das Wandermahl beginnt schon am Abend vor der Tour

Lebensmittel spenden – wenn sie bewusst ausgewählt werden – dem Körper Energie. Steht eine längere Wanderung an, sollten Wanderer daher bereits im Vorfeld darauf achten, ihre Energiereserven aufzufüllen. Am besten funktioniert das mit einer kohlenhydratreichen Speise am Abend vor der Wanderung. Wichtig ist es dabei, auf „gute“ Kohlenhydrate zu achten. Vollkornbrot, Gemüse und Obst fallen beispielsweise in diese Kategorie.

Vor dem Start sollte – egal zu welcher frühen Morgenstunde dieser auch stattfinden mag – ein Frühstück stehen. Um den Körper nicht mit der anstrengenden Fettverbrennung zu „belasten“, ist es ratsam, auf Vitamin- und Ballaststoffreichtum zu achten. Vollkornbrot mit Magerkäse oder ein Müsli mit Obst sind hierfür bestens geeignet.

Auf Tour sollten sich Wanderer an diese Faustformel fürs richtige Proviant halten: Fett und Kohlenhydrate sind zwar gleichermaßen Energiespender, auf einer Wanderung jedoch sind Kohlenhydrate dem Fett vorzuziehen. Sie sind schneller verfügbar, denn sie müssen keinen aufwendigen Fettstoffwechsel durchlaufen. Kurz um: Fettiges sollten Wanderer meiden. Kohlenhydrate sind hingegen eine gute Wahl.

Eingeschränkt werden, muss eben dieser letzte Satz vor allem aus diesem Grund: Wer sich bewusst ernähren will, muss sich zwischen komplexen und einfachen Kohlenhydraten entscheiden. Den Unterschied macht vor allem die Geschwindigkeit aus: Einfache Kohlenhydrate gehen schnell ins Blut und bringen schnell einen Energiekick. Komplexe Kohlenhydrate hingegen werden langsamer abgebaut, versorgen den menschlichen Körper aber dann genau aus diesem Grund länger mit Energie.

Kurz um: Vollkornprodukte brauchen länger bis sie wirken, halten aber dann länger an als beispielsweise der Traubenzucker, der nur kurzfristig einen Energieschub ermöglicht. Für den schnellen Energiekick zwischendurch sind Sportriegel die bessere Wahl als Traubenzucker. Da die Variantenvielfalt steigt, hilft die Deutsche Gesellschaft für Ernährung mit dieser Faustformel: Bei einer normalen Ernährungsform sollten die täglichen Mahlzeiten zu 55 Prozent aus Kohlenhydraten bestehen, zu 30 Prozent aus Fett und zu 15 Prozent aus Eiweiß. Spiegelt der Sportriegel das wieder, ist er auch auf einer Wanderung eine gute Wahl.

Bezüglich der Getränkewahl gilt: Wasser, ungesüßter Tee und isotonische Getränke sind die beste Wahl für eine Wandertour. Sie geben dem Körper das zurück, was er übers Schwitzen verliert: Elektrolyte und Flüssigkeit.

Energiespender gut verpackt. So funktioniert’s

Sich über die Verpackung der Lebensmittel und Getränke Gedanken zu machen, die mit auf Tour gehen dürfen, macht aus mehreren Gründen Sinn:

  • Proviant und Getränke bedeuten auch Ballast – und zwar im Rucksack.
  • Der Umweltgedanke sollte – gerade mit Blick auf die naturnahe Aktivität – eine Rolle spielen.
  • Das Handling sollte einfach sein.
  • Die Lebensmittel sollten gut verwahrt sein und frisch bleiben.

Es sind diese Punkte, die sich entscheidend auf die Wahl des Verpackungsmaterials niederschlagen. Grundsätzlich gilt: Wachspapier und Aufbewahrungsboxen aus Holz und Alu sind die umweltfreundlichste Variante und damit nachhaltiger als beispielsweise die Plastikbox. Ein absolutes No-Go ist die Plastikbox allerdings nicht, denn sie bringt eine Reihe an Vorteilen mit sich: Sie ist leicht, wiederverwendbar, schützt Vollkornbrot, Obst und Gemüse davor, im Rucksack gequetscht zu werden und es gibt sie in vielerlei Größen. Das Handling ist simpel, denn egal welcher Geschirrspüler in der heimischen Küche wartet – spülmaschinentauglich sind alle Modelle.

Tipp: Besonders gut geeignet ist Outdoor-Geschirr, das mehrere Fächer enthält. So minimiert sich der Berg an leeren Dosen deutlich. Vor allem in der Produktkategorie der Brotzeitdosen, in der sich vor allem Eltern mit Kindern auskennen sollten, gibt es eine große Auswahl an Boxen, die Platz für Brot, Obst und Gemüse bieten – und zwar in abgetrennten Fächern in einer Box. Für die Trinkflasche gilt: Idealerweise beinhaltet sie nicht nur die gewünschte Flüssigkeit, sondern schützt diese auch vor der Außentemperatur.

Wer plant, länger als einen Tag zu wandern, muss noch einmal komplett umdenken: Dann gehören sogar Teller und ein kleiner Topf zur Geschirr-Ausrüstung. Auch diese vermeintlich sperrigen Küchengeräte gibt es mittlerweile in wandertauglicher Form. Töpfe beispielsweise lassen sich in ihren Ausmaßen deutlich dezimieren. Sie haben einen Edelstahlboden und einen faltbaren Kunststoffkorpus. In dieser Kombination taugen sie zum Kochen und lassen sich anschließend wieder klein zusammenfalten.

Abbildung 1: pixabay.com © Einladung_zum_Essen (CC0 Public Domain)

Abbildung 2: pixabay.com © jelly (CC0 Public Domain)

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Wanderratgeber Planung und Vorbereitung