Tipps für Wanderungen durch die Provence

Die Provence ist zweifellos eine der schönste Regionen Frankreichs. Sie befindet sich im Süden des Landes und erstreckt sich vom Tal der Rhone bis an die italienische Grenze. Die Vielfalt der Natur macht die Provence zu einem beliebten Reiseziel: Tiefe Schluchten im Gebirge sind hier ebenso zu finden wie flache Ebenen und das natürlich das Meer - ideal für Wanderungen durch die Provence.

Provence pur

Durch die Provence führt beispielsweise der 365 Kilometer lange Metropolenwanderweg GR 2013. Er beginnt am TGV-Bahnhof Aix und endet in Marseille. Dabei durchquert der Wanderer fast 40 Orte, passiert Einkaufszentren und Industriegebiete, kommt an römischen Kastelle und Industriebrachen vorbei und überwindet zwei Gebirgsketten. Der Erfinder der Route, Baptiste Lanaspeze, wollte es ermöglichen, alle Teile einer Stadt - also auch die Randgebiete - zu entdecken. So entstand der Begriff Metropolenwanderweg.

Wer es gerne gemütlich mag, der entscheidet sich für eine Esel-Wanderung. Damit kommt man zwar nicht so schnell voran, schont sich aber, denn das Gepäck trägt das Tier. Solche Touren sind ideal für Familien, denn auf dem Rücken der Esel halten es müde Kinder garantiert länger aus. Angeboten werden sie beispielsweise von Tony Bertaina in Ongles. Es geht hinauf auf 1.100 Meter, wo übernachtet wird. Ein Besuch bei Bauern gehört ebenfalls dazu - ein tolles Abenteuer für Klein und Groß.

Übernachtung planen

Apropos Übernachtung: Wer einen Wander-Urlaub in der Provence plant, sollte frühzeitig damit beginnen. Es gibt zwar zahlreiche Möglichkeiten zu übernachten, doch nicht immer sind diese für jedermann geeignet. Soll es eine Hütte im Gebirge sein oder ein Hotel direkt an der Route? Nimmt man ein Zelt mit, gibt es ebenfalls einige Kriterien für die Auswahl des Campingplatzes zu beachten.

Wer solch eine Reise nicht selbst organisieren kann, findet im Internet zahlreiche Anbieter für Wanderreisen. Das ist bequemer, weil man sich um nichts kümmern muss, hat aber auch Nachteile: Die Gruppen bestehen nicht selten aus bis zu 30 Personen mit unterschiedlichen Charaktereigenschaften, die man möglicherweisen nicht mag. Die Route ist festgelegt und kann nicht individuell bestimmt werden. Das gilt auch für die Übernachtungsorte. Das Wandertempo bestimmt der langsamste Teilnehmer. Wer sich auf diese Dingen nicht einlassen will, sollte seine Reise mit einer Checkliste für den Wander-Urlaub in der Provence selbst organisieren.

Zahlreiche historische Sehenswürdigkeiten

Bei den angesprochenen Wanderreisen kommen meist auch die anderen Attraktionen der Provence zu kurz, denn die Region beschränkt sich nicht nur auf ihre wunderschöne Landschaft. Hier gibt es viele Sehenswürdigkeiten, die UNESCO-Welterbe sind. Dazu gehören beispielsweise die römischen und romanischen Bauwerke in Arles wie das Amphitheater (heute eine Stierkampfarena), das antike Theater und die ehemalige Kathedrale St. Trophime. Auch die Altstadt von Avignon ist auf dieser Liste zu finden und sollte bei einer Wanderung durch die Provence nicht fehlen.

Die ideale Reisezeit sind der Frühling bzw. Frühsommer bzw. die Monate September und Oktober. Der Hochsommer ist im Süden Frankreichs oft sehr heiß und eignet sich daher weniger für anstrengende Aktivitäten wie Wanderungen. Zudem sind viele Wanderwege in dieser Zeit wegen Waldbrandgefahr gesperrt. Darüber sollte man sich vor der Reise oder vor Ort im Tourismusbüro informieren. Dann steht einer aufregenden Tour durch das Vaucluse, die Haute-Provence oder das Departement Bouches-du-Rhône nichts mehr im Weg.

Bildnachweis: Von Léonard Cotte [Lizenz] via unsplash.com

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