Terra Vulcania

Das Mayener Grubenfeld entstand vor rund 200.000 Jahren, als die Vulkangruppe Bellerberg beliebte, Magma auszuspucken. Der Mayener Lavastrom hatte eine Länge von 2,5 und eine Breite von rund 1,2 Kilometern. Die Lava erstarrte zu einer bis zu dreißig Meter dicken Schicht aus Basalt – eine Schatzgrube für die Menschheit, die hier seit der Steinzeit bis in die 1970er Jahre hinein Bergbau betrieb.

2012 wurde am Mayener Grubenfeld das Vulkanpark-Erlebniszentrum Terra Vulcania eingerichtet. In einer sogenannten Mitmach-Ausstellung zeigt die Terra Vulcania, wie die Menschen der Vordereifel und der Pellenz über Jahrtausende Basalt brachen und was mit den Steinen so angestellt wurde.

Bei einem Spaziergang durch das Mayener Grubenfeld – von dem heute noch rund hundert Hektar erhalten sind – kann man dann Erdgeschichte in Kombination mit Kulturgeschichte erleben. An den steilen Rändern der Steinbruch-Gruben finden sich noch Kräne bzw. Sockelpfeiler dafür. Auch Gleise, über die die Förderwagen und Loren mit dem Gestein vom Steinbruch zur Aufbereitung transportiert wurden, liegen noch vereinzelt herum. Einige Gebäude aus der Bergbauzeit sind ebenfalls teilweise als Ruinen erhalten.

Besonders interessant ist der 2013 für die Terra Vulcania geöffnete Schacht 700 auf dem Mayener Grubenfeld. Durch einen nachträglich eingebauten Treppenturm kann man in ein Glockengewölbe (sogenanntes Geglöck) hinabsteigen.

Insgesamt gab es im Mayener Grubenfeld wohl weit über 500 solcher Schächte. Die, die heute noch offen sind, werden rege von Fledermäusen genutzt. Das Mayener Grubenfeld gilt als größtes Überwinterungsquartier für Fledermäuse in Deutschland. Bis zu 100.000 Fledermäuse sollen im Mayener Grubenfeld in guten Zeiten ihr Ruhelager haben. In der europäischen Batnight wird das Mayener Grubenfeld für zweibeinige Besucher alljährlich am letzten Samstag im August vorgestellt, mit Infoständen, Rahmenprogramm und einer geführten Tour.

Man kann das Grubenfeld auch als Abenteurer entdecken und sich auf die Suche nach dem Schatz im Silbersee begeben, auf den Spuren des unbekannten Römers Kunius Maximus, mit Schatzkarte und Fragen, die richtig beantwortet zu einer Belohnung führen. Der Silbersee im Mayener Grubenfeld ist der größte der zahlreichen Wasserlöcher.

Auch in Sachen Kultur lohnt ein Ausflug in die Terra Vulcania. Von 1985-2006 war Mayen alle drei Jahre Schauplatz des Bildhauersymposions Lapidea. Viele Arbeiten aus den mehrwöchigen Zusammenkünften von Künstlern aus aller Welt, sind im Lapidea-Skulpturenpark kostenfrei zu besichtigen. Im Skulturenpark steht auch der Jahrhundertstein, eine Basaltlavasäule, die von ihrer Größe und Mächtigkeit her so mächtig ist, dass sie nur alle hundert Jahre einmal gefunden wird. Die Jahrhundertsäule im Lapidea-Skulturenpark ist stolze 6,62m hoch.