Sicherheit beim Wandern: Mit diesen Tipps sind Wanderer gut gerüstet

Wandern gehört mittlerweile zu den beliebtesten Freizeitbeschäftigungen der Deutschen. Ob mehrtägiger Hike oder die kleine Wanderung zwischendurch – feststeht, dass das Wandern in der Gesellschaft angekommen ist.

Umso wichtiger ist es, immer wieder über die Sicherheit zu informieren. Denn nicht selten passieren beim Wandern leichte bis schwere Unfälle, die vermeidbar wären. Wer die folgenden Tipps beherzigt, geht auf Nummer sicher und kann den nächsten Trip entspannt angehen.

Tipp 1: Das Handy ist nicht nur für Notfälle wichtig

Zur klassischen Wanderausrüstung gehört heute in jedem Fall ein Mobiltelefon. Nicht nur im Alltag ist das Smartphone heute unverzichtbar, auch auf Wanderungen hat es sich etabliert. Das hat gleich mehrere Gründe: Zum einen ist das Handy natürlich notwendig, um erreichbar zu bleiben und in Notfällen schnell andere Menschen erreichen zu können. Hierzu sollten die wichtigsten Notfallnummern für Wanderer und Bergsteiger in den Kontakten eingespeichert sein:

  • 110 und 112 sind die klassischen deutschen Notrufnummern für Polizei und Feuerwehr sowie Rettungsdienst. Außerdem funktioniert die Nummer 112 in der gesamten EU als allgemeine Notrufnummer
  • der österreichische Bergrettungsdienst ist unter der Nummer 140 erreichbar
  • die Alpine Rettung Schweiz erreichen Wanderer unter 1414
  • die Bergrettung Liechtenstein ist erreichbar unter 117

Im Zweifel ist die 112 die richtige Nummer, die Hilfskräfte verbinden dann gegebenenfalls zur passenden Stelle weiter. Damit ein Wanderer einen Notruf absetzen kann, muss er allerdings Netz haben. Hier lohnt es sich, beim Handyvertrag genau hinzuschauen und einen Mobilfunkanbieter mit guter Netzabdeckung zu wählen. Dann ist eine gute Erreichbarkeit gesichert und im Notfall muss nicht erst der Standort gewechselt werden.

Wird dann ein Notruf abgesetzt, gilt es, sich vorzubereiten. Folgende Fragen muss der Anrufer zügig und klar beantworten können: Wer ruft an? Was ist passiert? Wo genau ist der Unfall passiert? Wie viele Verletzte gibt es? Nur so können die Rettungskräfte schnell handeln und den Wanderern helfen.

Der zweite Grund, weshalb ein Handy beim Wandern unverzichtbar ist, nennt sich GPS. Die meisten Wanderkarten sind heute GPS-Karten, auf denen Wege, Sehenswürdigkeiten und Aussichtspunkte markiert sind. So fungiert das Handy schnell als Wanderkarte. Das hat den Vorteil, dass keine weitere Wanderkarte mitgenommen werden muss. Außerdem ist die Gefahr, sich zu verlaufen, wesentlich geringer. Auch im Falle eines Notrufs kann eine GPS-Wanderkarte hilfreich sein, da hier der Anrufer problemlos angeben kann, wo er sich befindet. Umso schneller finden Hilfskräfte verunfallte Wanderer.

Zu guter Letzt ist ein Handy natürlich auch immer wieder gut, um Erinnerungsfotos zu schießen. Wer möchte nicht ein Foto vom Gipfel des bestiegenen Berges als Andenken mitnehmen? Allein deshalb lohnt es sich, ein Handy dabeizuhaben.

Wichtig: Gerade bei mehrtägigen Touren ist es unumgänglich, zusätzlich eine oder mehrere aufgeladene Powerbanks dabei zu haben, um das Handy bei Bedarf aufzuladen. Sonst ist nach wenigen Stunden der Akku leer und der Wanderer hat nichts mehr von seinem Telefon.

Tipp 2: Die Tour planen und darüber sprechen

Wer wandern gehen möchte, überlegt sich im Vorfeld, wo er hinwandern will. Die Planung ist abhängig von der Jahreszeit, dem Können aller Beteiligten und der veranschlagten Zeit. So sieht eine Wanderung im Winter in der Regel anders aus als eine im Hochsommer. Doch eines dürfen Wanderer dabei nie vergessen: Ihre Pläne mit anderen zu besprechen!

Generell ist es ratsam, nicht allein zu einer Wanderung aufzubrechen. Wer Begleiter dabeihat, hat oft mehr Spaß, außerdem ist es sicherer, zu mehreren unterwegs zu sein. Wenn einer Person etwas passiert, können die anderen Erste Hilfe leisten oder einen Notruf absetzen. Wer allein unterwegs ist, muss also besonders vorsichtig sein. Zudem ist es wichtig, mit Freunden oder Verwandten, die nicht mitkommen, über die geplante Route zu sprechen. So wissen andere Personen Bescheid, wann die Wanderung stattfindet und wo sie langführen soll. Kommt der Wanderer dann nicht zur geplanten Zeit am geplanten Ort an, können diese Personen ihn kontaktieren oder gegebenenfalls die Bergrettung informieren.

Auch in diesem Fall sind Handys mit GPS-Empfang übrigens sinnvoll. Darüber lässt sich der Wanderer relativ gut orten, sodass eine Suche besonders schnell Erfolg verspricht.

Tipp 3: Achtsamkeit und Pausen nicht vergessen

Wandern ist gut für das Immunsystem und hilft dabei, zu entspannen. Die Ruhe in Bergen und Wäldern tut vielen Menschen gut und erdet sie. Achtsamkeit ist also für viele Wanderer ein wichtiges Thema. Auch im Hinblick auf die Sicherheit ist es wichtig, achtsam zu bleiben. Sonst leidet die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit und Unfälle werden wahrscheinlicher. Die folgenden drei Dinge gilt es zu beachten:

1. Den Körper nicht überfordern

Nicht nur Anfänger sollten beim Wandern langsam starten. Auch geübte Wanderer müssen darauf achten, sich nicht zu schnell zu viel zuzumuten. Das richtige Tempo hilft dabei, lange Strecken gut zu bewältigen. Außerdem ist es sicherer, langsam und ruhig zu laufen. So mindern Wanderer die Sturzgefahr.

2. Kein Zeitdruck!

Zeitdruck, Stress und Hektik sind Gift für den Körper. Nicht nur beim Wandern gilt, Ruhe zu bewahren. Auch wenn der Plan vorsah, schon einige Kilometer weiter zu sein, dürfen Wanderer nicht in Hektik verfallen. Es ist außerdem keine gute Idee, Abkürzungen zu nutzen. Hier drohen eine erhöhte Unfallgefahr und die Gefahr, sich zu verlaufen. Stattdessen sollte dann der Plan angepasst werden, sodass wieder Ruhe und Entspannung einkehren können.

3. Pausen nicht vergessen

Wer Wandern geht, sollte regelmäßige Ruhepausen einkalkulieren. Sei es, um etwas zu essen oder zu trinken oder um einfach etwas Kraft zu tanken. Pausen dienen der Entspannung und sollten auch dafür genutzt werden. Es ist kontraproduktiv, während einer Ruhepause die nächsten Etappen zu planen. Stattdessen gilt es, die Natur zu genießen und einen Moment inne zu halten. So wird die Konzentration behalten und der Wanderer kann danach wieder mit voller Power durchstarten.

Wer achtsam unterwegs ist, tut seinem Körper etwas Gutes. Außerdem kommen achtsame Wanderer erholt von ihrer Tour zurück und behalten den Trip in guter Erinnerung. Dabei ist es dann fast egal, ob sie allein oder in der Gruppe unterwegs waren.

Bildnachweis: Von Colin Moldenhauer [Lizenz] via unsplash.com

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