Seck

Bereits 1672 ließ Fürst Moritz von Nassau-Hadamar bei Seck im Westerwald zwei künstliche Weiher anlegen. Die beiden Secker Weiher bilden mit 10ha und 4ha Fläche ein schönes Naherholungsgebiet mit vielen gut ausgebauten Wanderwegen.

An beiden Secker Weihern kann geangelt werden. Gastkarten sind beim Sportfischerverein Seck erhältlich. Am großen Weiher liegt ein 4-Sterne Campingplatz mit schöner Liegewiese und Kinderspielplatz. Hier wird einmal jährlich das Weiherfest veranstaltet. Mit der Errichtung der beiden Weiher wurde auch ein Jagdschloss errichtet, was sich noch im Flugnamen Alte Burg widerspiegelt. Das Schloss selbst wurde 1824 in den Ort versetzt, um es als Schule und heute als Rathaus zu nutzen.

Die Secker Weiher sind durch verschiedene Wanderwege mit dem nicht weit entfernt gelegenen Wiesensee im Westerburger Land verbunden. Z.B. kombiniert der 19km lange Grüne Steig und Seenweg die beiden Seen und damit auch die Wanderregionen um Westerburg und Rennerod.

Seck blickt auf eine stolze Vergangenheit zurück. Bereits im 9. Jahrhundert fand die Gemarkung Erwähnung im Zusammenhang mit der Weihung einer Kirche, die vom Würzburger Bischof dem heiligen Kilian geweiht wurde. Die Kirche brannte 1878 komplett ab. 1880 wurde aus Basaltlava eine neue Kilianskirche errichtet, die auf den alten Fundamenten steht. Der Taufstein ist noch aus dem 13. Jahrhundert, die Kanzel aus dem 17. Jahrhundert. Interessanterweise gehört der Kirchturm nicht der Kirchengemeinde, sondern der politischen Gemeinde.

Wahrscheinlich ebenfalls aus dem 9. oder 10. Jahrhundert stammt das Kloster Seligenstatt, das 1181 erstmals urkundlich erwähnt wird. 1215 wird die Einrichtung als Tochterkloster der Abtei Maria Laach genannt. Finanzielle Engpässe führten bereits 1239 dazu, dass Erzbischof Dietrich von Trier die Anzahl der Nonnen auf dreißig festsetzte. Trotz dieser frühen Sparmaßnahmen, wurde die Bewirtschaftung des Klosters jedoch im 15. Jahrhundert endgültig eingestellt. Die Glocken des Klosters Seligenstatt kamen 1591 nach Westerburg und Gemünden. Der Klosterhof selbst bestand noch bis 1785. Dann wurden die Gebäude abgerissen und von der Bevölkerung viele Jahre als künstlicher Steinbruch genutzt. Seit 1990 hat es sich der Förderverein Klosterruine Seligenstatt zur Aufgabe gemacht, den weiteren Verfall der Ruine zu stoppen und die Geschichte lebendig zu halten.

Die Ruinenanlage liegt etwa 200m hinter dem Ortsausgang, wenn man von Seck in Richtung Hellenhahn-Schellenberg fährt. Die sichtbaren Außenmauern haben eine Länge von 36m mal 72m und sind im Westteil noch etwa sechs Meter hoch. Bei einer Grabung im Jahr 2000 wurde entdeckt, dass die nicht mehr sichtbaren Mauerzüge noch weit nach Osten verliefen. Auch eine Tonscherbe aus dem 13. und ein Ring aus dem 16. Jahrhundert wurden gefunden. Im Vorfeld der 2009 ausgerichteten Feierlichkeiten zum 950jährigen Bestehen des Ortes wurde die Ruinenanlage mit einem Weg und einem Parkplatz auch für Wanderer besser erschlossen. Eine ganzjährig geöffnete Holzhütte beherbergt eine Informationsausstellung zur Geschichte des Klosters Seligenstatt. Die in direkter Nachbarschaft liegenden Secker Weiher sowie Wanderwege nach Westerburg und zum Wiesensee machen die Geschichtshütte am Kloster Seligenstatt zu einem willkommenen Startpunkt und Zwischenstopp.

Regionaler Bezug:

Rennerod Westerwaldkreis Rheinland-Pfalz Renneroder Hochfläche Hoher Westerwald Westerwald