Schutz vor Stürzen in den Bergen: Richtig vorbeugen

Durchatmen, sich erholen, die Muskeln und Ausdauer trainieren, die Natur spüren, die Aussicht genießen: Wandern und Bergsteigen sind gut für Körper und Seele. Insbesondere in den Bergen kurbelt regelmäßiges und ausdauerndes Gehen nachweislich das Herz-Kreislauf-System an, stärkt das Immunsystem und reduziert die Ausschüttung von Stresshormonen.

Generell ist Wandern also gesund, doch wer sich nicht richtig vorbereitet oder sich überschätzt, bringt sich schnell in Gefahr. Diese überlebenswichtigen Tipps schützen vor schmerzhaften Stürzen und deren Folgen. Wie die österreichische Höhenstudie AMAS 2000 zeigt, ist das Wandern in mittleren Höhen zwischen 1.500 und 2.500 Metern besonders gesund und hilft sogar Menschen, die von leichten Zivilisationskrankheiten wie Kreislaufschwierigkeiten oder Diabetes geplagt sind. Wandern ist nachweislich eine besonders gesunde Freizeitaktivität, von der nicht nur die körperliche, sondern auch die seelische Verfassung profitiert.

Risiken und Nebenwirkungen beim Wandern

Andererseits darf nicht gänzlich unerwähnt bleiben, dass Wanderer im alpinen Gelände auch erhöhte Gesundheitsrisiken tragen. Denn die Gefahr, in steinigen Höhen zu verunfallen, ist größer als in moderaten Mittelgebirgslagen. Was sind die größten Risiken in der Bergwelt und wie groß ist das Risiko, sich beim Wandern zu verletzen oder gar zu Tode zu kommen?

Sturzprävention

Das größte Risiko beim Wandern sind Stürze durch Stolpern und Ausrutschen, dicht gefolgt von Herz-Kreislauf-Versagen. Das zeigt eine Erhebung des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KfV). Demnach zogen sich 28 Prozent der Befragten Verletzungen am Fußgelenk oder Knöchel zu, jeder Zehnte verletzte sich am Knie. Hauptursache für diese teils gefährlichen Stürze ist das falsche Schuhwerk. Zwar war ein Großteil der befragten Wanderer mit festen Bergschuhen unterwegs, 15 Prozent der Wanderer trugen jedoch Turnschuhe; sechs Prozent hatten sogar nur Halbschuhe oder Sandalen an.

Das kann zu einer lebensgefährlichen Gratwanderung werden: Allein in den bayerischen Bergen kamen im letzten Jahr 45 Menschen beim Wandern und Bergsteigen ums Leben. Mit einer Risikolebensversicherung für diesen Ernstfall vorzusorgen, ist damit besonders für jene ratsam, die Wandern mit Bergsteigen oder Klettern verbinden und dadurch einem höheren Sturzrisiko ausgesetzt sind. Ebenso empfiehlt sie sich für Menschen, die mit ihrer Familie einen Ausflug machen und die Bodenbeschaffenheit und Wege nicht kennen.

Die richtige Ausstattung

Dem Wetter und Untergrund angemessene Wanderschuhe mit einem guten Profil und einer rutschfesten Sohle bieten den nötigen Halt; funktionale Kleidung schützt vor einer Unterkühlung oder Überhitzung. Auch ein Erste-Hilfe-Set sollte für jeden verantwortungsbewussten Wanderer Pflicht sein: Kommt man nach einem Sturz noch mit einem blauen Knie oder einer Schürfwunde davon, lindern Kühlpads und Pflaster die Schmerzen und schützen vor Folgeerkrankungen. Wird die Prellung nicht behandelt, drohen eine dauerhafte Knieinstabilität oder -arthrose.

Das richtige Maß

Trotz der Glücksgefühle beim und nach dem Wandern sollten Anfänger, ältere Menschen und Personen, die eher selten oder unregelmäßig Sport machen, die Belastung nicht unterschätzen. Zwar stärkt Bergwandern als Ausdauersport das Herz-Kreislaufsystem, jedoch nur, wenn es durch regelmäßiges Laufen zu einem Trainingseffekt kommt. Denn der Körper braucht Zeit, sich auf die Anforderungen einzustellen. Hier gilt es, am Anfang mit kürzeren Touren zu beginnen und sich langsam zu steigern.

Eine GPS-Pulsuhr mit Höhenmesser hilft dabei, die Pulsfrequenz im Auge zu behalten und nicht vom Weg abzukommen. Erschöpfungszustände, die zu Stürzen führen können, lassen sich durch kürzere Zwischenetappen und genug Flüssigkeit im Gepäck vermeiden. Entsprechend ausgestattet, macht Wandern glücklich und verleiht Energie.

Bildnachweis: Von SNappa2006 [CC BY 2.0] via flickr.com

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