Ruhrhöhenweg Etappe 9 Essen-Steele - Essen-Kettwig


Erstellt von: SGV
Streckenlänge: 27 km
Gehzeit o. Pause: 7 Std. 4 Min.
Höhenmeter ca. ↑827m  ↓818m
Ruhrhöhenweg Fernwanderweg Nordrhein-Westfalen

Die vorletzte Etappe auf dem Ruhrhöhenweg ist die Essen-Etappe: Der Ruhrhöhenweg verlässt auf dieser Tagestour nicht einmal das Stadtgebiet von Essen, der Metropole der Ruhrregion und einstmals größten Bergbaustadt Europas. Man wandert durch die Ruhraue Richtung Stadtgarten Steele, der 1897-1911 angelegt wurde und durch einen Jugendstil-Saalbau geschmückt wird.

Vorbei am Knappschaft-Krankenhaus Essen-Mitte wandert man flussabwärts, vorbei an Schloss Schellenberg und hinein in den Schellenberger Wald. Der weitläufige Schellenberger Wald verfügt über einige sehr alte Baumbestände und einige schöne Bestände an Hülsebäuschen, die unter Naturschutz stehen.

Am Südrand des Schellenberger Walds trifft der Ruhrhöhenweg auf die Korte Klippe. Dieser nach dem ehemaligen Gartendirektor von Essen benannte Aussichtspunkt bietet einen herrlichen Blick über den Baldeneysee, den größten der sechs Ruhrstauseen. Von der Korte Klippe lässt sich der Baldeneysee von der Staumauer bis zum Übergang in die Ruhr westlich von Kupferdreh überblicken.

Unterhalb des Jagdhauses Schellenberg, der Traditionsgaststätte Schwarze Lene und der Ruine der Neuen Isenburg führt der Ruhrhöhenweg bis kurz vor Schloss Baldeney und leitet dann nordwärts in den Stadtwald und durch die Frankenstraße wieder Richtung Süden zur Villa Hügel (Besuch kostenpflichtig, aber absolut zu empfehlen!).

Villa Hügel wurde 1873 von Alfred Krupp als Wohnhaus errichtet und verfügt über stolze 269 Räume und 8.100qm Nutzfläche. Umgeben ist die Villa Hügel von einem 28ha großen Landschaftspark, dem Hügelpark. Die Villa Krupp beschäftigte zu Hochzeiten rund 650 Mitarbeiter, die sich nur um das Wohl der Familie Krupp und ihrer Gäste kümmerte. Das prachtvolle Ensemble aus den Hochzeiten der Industriekultur im Ruhrgebiet wird heute durch die Kulturstiftung Ruhr verwaltet, die dort regelmäßig Veranstaltungen durchführt. Hügelpark und Villa Hügel können kostenpflichtig zu den regulären Öffnungszeiten besichtigt werden.

Durch den Kruppwald führt der Ruhrhöhenweg zur Platte, wo im Nachkriegsdeutschland ein Restaurant eröffnet wurde (die heutige Villa Vue, von Comedian Mirja Boes betrieben) mit tollem Blick auf den Baldeneysee. Dann geht es durch den Heissiwald hinab nach Werden.

In Werden passiert der Ruhrhöhenweg unterhalb der Brehminsel die Ruhr und steuert die Folkwang Universität der Künste an. Das Hauptgebäude der Folkwang Universität befindet sich in einem Gebäude des ehemaligen Klosters Werden, das wohl ab 799 durch Liudger, den späteren ersten Bischof von Münster, gegründet wurde. Rund um das Kloster entstand nach und nach die Stadt Werden, die 1929 nach Essen eingemeindet wurde.

Zusammen mit dem Kloster Werden wurde die Abteikirche erbaut, die nach einigen größeren Bränden im 13. Jahrhundert im romanisch-gotischen Übergangsstil wiederhergestellt wurde. Seit der Säkularisation des Klosters Werden dient die frühere Abteikirche als katholische Pfarrkirche St. Ludgerus.

1983 wurde St. Ludgerus von Papst Johannes Paul II. zu einer Basilica minor erhoben. Die Essener Ludgeruskirche gilt als einer der bedeutendsten spätromanischen Kirchenbauten im Rheinland. In der Schatzkammer St. Ludgerus werden die Reste des Kirchenschatzes des Klosters Werden gezeigt, u.a. das Helmstedter Kreuz, das älteste erhaltene Großkruzifix des Mittelalters aus Bronze (11. Jahrhundert) und eine kleine Elfenbeindose aus dem 6. Jahrhundert mit einer der ältesten bekannten Darstellungen der Geburt Jesu.

Über historischen Grund – einst stand am Pastoratsberg eine karolingische Ringwallanlage und die St. Clemens Kirche aus dem 10. Jahrhundert – führt der Ruhrhöhenweg vorbei an den Resten der Alteburg (ebenfalls eine karolingische Wallburg) ins Naturschutzgebiet Oefter Tal im Essener Stadtteil Heidhausen. Das Oefter Tal ist ein tief eingeschnittenes Bachtal, durch das der Oefter Bach und zahlreiche Quellbäche in Richtung Ruhr fließen. Kleine Auenwälder und für die Region typische Buchenwälder prägen das Bild dieses Naturschutzgebietes.

Am Ende des Oefter Tals erreicht der Ruhrhöhenweg den Charlottenhof. Der Unternehmer und NS-Kriegsverbrecher Friedrich Flick – zwischenzeitlich reichster Mann Deutschlands – ließ den Charlottenhof in den 1920er Jahren errichten. Gewohnt hat er hier nie, er stellte die Villa der Volkswohlfahrt und später der Organisation Todt zur Verfügung. Ursprünglich war das Haupthaus der Villa ein zweigeschossiger Putzbau, in dessen Mitte zur Ruhr hin sich ein turmartiger Vorbau befand. Heute nutzt das Bistum Essen den Charlottenhof als Jugendbildungsstätte St. Altfrid.

Vom Charlottenhof geht es vorbei an der Fachklinik Rhein-Ruhr zur ehemaligen Rindersberger Mühle von 1745. Hier im Essener Stadtteil Kettwig endet die Tagestour auf dem Ruhrhöhenweg.

Ruhrhöhenweg Etappen


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