Nichts für schwache Nerven: Die drei gefährlichsten Wanderrouten der Welt

Ganz idyllisch durch den heimischen Wald laufen, dem Wind in den Bäumen lauschen und hier und dort eine Pause auf einer Bank - diese Vorstellung haben die meisten Menschen, wenn sie ans Wandern denken. Schließlich möchte man entspannen und die Seele auch einmal baumeln lassen. Für einige Abenteurer ist das aber nicht genug. Sie laufen auf den drei gefährlichsten Wanderrouten der Welt, um den besonderen Nervenkitzel zu erleben.

Extremtouren erfordern auch eine besondere Vorbereitung

Die gefährlichsten Wanderrouten sind nichts für Einsteiger. Neben der körperlichen Fitness braucht es das richtige Equipment. Feste Bergschuhe, die auch geeignet sind für den Einsatz von Steigeisen, sind ein Muss. Wanderstöcke, die stabil und leicht sind, gehören ebenfalls zur Ausstattung. Ohne Hilfsmittel zur Orientierung ist man auf den meist abgelegenen Routen schnell verloren. Daher gehört auch ein GPS-Kompass und gegebenenfalls auch ein Satellitentelefon zur Ausrüstung. Wer Extremrouten zu einem Hobby machen möchte, der darf natürlich auch nicht an der geeigneten Absicherung für den Notfall sparen. Eine Unfall- und Lebensversicherung - insbesondere eine Risikolebensversicherung - sind empfehlenswert, um für den Ernstfall vorgesorgt zu haben. Schließlich riskiert man einiges für den einzigartigen Nervenkitzel.

1. Der Caminito del Rey: Der Königspfad

Der sagenhafte Ausblick, der sich einem von den Bergen des Umlandes von Alora bietet, ist tatsächlich königlich. Der 7,7 Kilometer lange Wanderweg liegt in einer unzugänglichen Region nahe der spanischen Stadt Malaga. Lange Zeit war der Trail für Routengänge gesperrt. Zu häufig war es zu tödlichen Unfällen gekommen. Das Gestein ist porös und die Felsen sind sehr glatt. Seit 2015 hat die spanische Regierung den Pfad wieder eröffnet. Einige schwierige Passagen wurden entschärft, aber noch immer ist die Route sehr anspruchsvoll. Rund die Hälfte des Weges ist als Klettersteig erschlossen. Atemberaubend sind die Überquerungen einiger Brücken auf der Wanderung. Sie bilden Übergänge zwischen den Felsen. Aber Vorsicht: Wer nicht absolut schwindelfrei ist, der kommt hier schnell an seine Grenzen.

2. Der Pacaya: Brodelnde Lava unter den Füßen

Die Abgründe sind bei dieser Runde nicht das Problem. Der Anstieg auf den Pacaya Vulkan in Guatemala ist scheinbar gemächlich. Doch das täuscht. Es geht auf gewundenen Pfaden, zuerst im Dschungel, dann auf Aschefeldern, auf über 2.500 Meter Höhe. Im letzten Drittel des etwa 15 Kilometer langen Anstiegs steigt dann auch die Gefahr rapide. Denn der Pacaya zählt zu den aktivsten Vulkanen der Erde. Die Luft stinkt nach faulen Eiern, aus der Ferne grollt es unheilvoll und heiße Lavaströme erhitzen die Luft. Das ist nichts für schwache Nerven. Festes Schuhwerk, lange Kleidung und gegebenenfalls auch eine hitzebeständige Schutzausrüstung sind Pflicht, wenn man sich dem Krater nähert. Wer sich hier verläuft, der wird schnell von Lavaströmen umgeben. Dann ist es schwierig, die in Not geratenen Wanderer noch zu retten. Auch auf dem Rückweg wartet noch eine Gefahr: In Guatemala gibt es zahlrieche lokale Banden und Guerillas, die westliche Touristen entführen und Lösegelder erpressen. Da helfen auch die Sicherheitsaspekte für eine herkömmliche Wanderung nicht mehr weiter. Daher sollte man Touren nur mit vertrauenswürdigen lokalen Guides unternehmen.

3. Der Hua Shan Pfad: Schmale Bretter auf dem heiligen Berg

Im Gegensatz zu den Gipfeln des Himalayas in Tibet benötigt man für den Hua Shan Pfad keine Kletterlizenz. Die chinesischen Behörden halten das nicht für nötig. Dies zieht auch immer mehr ungeübte Wanderer und normale Touristen an. Dabei ist der Weg lebensgefährlich. Dünne, schmale und morsche Holzbretter sind im oberen Teil der etwa 10 Kilometer langen Strecke in die senkrechten Felswände eingelassen. Sie führen die Wanderer auf rund 2.100 Meter Höhe. Das ist aber nur eine der zahlreichen Herausforderungen. Der Hua Shan ist einer der fünf heiligen Berge der Provinz Shaanxi. Diese ist bekannt dafür, dass in höheren Lagen das Wetter schnell umschlagen kann. Man startet bei subtropischen Temperaturen und kommt im Schneetreiben auf dem Gipfel an. Oben erwartet die Wanderer immerhin ein traditionelles Teehaus und ein Blick über die Berge und Täler der Provinz.

Bildnachweis: Von Mateusz Plinta [Lizenz] via unsplash.com

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