Nationalpark-Runde zur Rachelkapelle und entlang der Grenze (Bayerischer Wald)


Erstellt von: tomtom
Streckenlänge: 20 km
Gehzeit o. Pause: 5 Std. 11 Min.
Höhenmeter ca. ↑567m  ↓567m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Wir nehmen uns ein Stück deutsch-tschechischen Grenzverlauf vor, wo die Anhöhen sich wie Perlen an der Schnur aufreihen, Bäche in die Klause gehen und eine gläserne Arche in einer starken Hand aus Eiche im Wald vor Anker gegangen ist. Rachelkapelle und Rachelsee sind weitere Themen auf der Tagesordnung. Start ist nördlich von Waldhäuser.

Die Streusiedlung Waldhäuser gehört zur Gemeinde Neuschönau. Das Örtchen ist auch nur durch die Waldhäuser Straße verbunden. Wir kommen bei der Anfahrt zum Parkplatz Fredenbrücke gar nicht mal rein. Der Wanderparkplatz ist Ausgangsort einiger Runden, zum Beispiel zum Lusen (1.373m) östlich, in dessen Richtung wir auch loswandern. Bemerkenswert ist auch, dass es hier etliche Gewässer gibt, die sich in die Kleine Ohe schütten. Wir gehen ihrem Ursprung entgegen aufwärts, durch den duftenden Wald.

Die Kleine Ohe entsteht aus mehreren Quellbächen am Süd- und Westhang des Lusen und sammeln sich in der Martinsklause. So heißt der See, der 1835 zur Holztrift angelegt wurde und aus dem die Kleine Ohe hervorkommt. Den malerisch gelegenen Triftsee haben wir bereits nach 1,5km erreicht.

Wir gehen weiter aufwärts durch Wald. Das Quellbächlein in der Nähe heißt Hochauseige. Wir genießen Aussichten und kommen über das Geotop Teufelsloch zur Glasarche wo auch eine Schutzhütte zu finden ist.

Die Glasarche zwischen Teufelsloch und Himmelsleiter zum Lusen, ist grün schimmernd, 5m lang und in einer festen Hand. 480 miteinander verbundene Glasscheiben. Glas und Holzarbeiten stammen von Künstlern aus der Region und aus Tschechien, sie haben sich für das Kunstprojekt auch verbunden.

Wir machen eine spitze Kehre und nehmen den Böhmweg in Richtung Grenze und stoßen dort auf den ehemaligen Grenzübergang Modrý sloup, was übersetzt Blaue Säulen heißt, Tschechisch für Einsteiger. Wir sind auf der Staatsgrenze und zwischen zwei Nationalparks, der östlich heißt Sumava, den westlich kennen wir schon. Grenze heißt auf Tschechisch übrigens „hraniční“.

Wir nehmen den Grenzsteig für die nächsten rund 7,3km. Wir grenzeln über die Höhen, vorbei an Wappensteinen und entlang von Filzlandschaften: Stangenfilz, Kleiner Spitzberg (1.233m), Großer Spitzberg (1.352m), auf Nachbarseite gegenüber der Špičnik (1.352m), Großer Filz, Plattenhausenriegel (1.376m), Bärenlochfilz und Bärenlochriegel (1.304m). Nach rund 11,4km verlassen wir die Grenzlinie, um zum Rachelsee zu gehen.

Ein sehr stimmungsvoller Ort ist die Rachelkapelle, es ist nicht die erste Holzkapelle an der Stelle im historischen Look, oberhalb des Rachelsees. Der Rachelsee ist ein sehr stiller, weil abgelegener Karsee und er ist sauer. Durch Aufstauung standen am Rand viele Bäume, die fielen um und rotteten. Es geht die Sage, in den Seetiefen hätten die Fische keine Augen – naja, der See hat keine Fische – aber Platz für verlorene Seelen.

Wir treffen auf den Seebach und auf den Weg Oberer Horizontalsteig, kommen an einem Brunnen vorbei zur Schachtenbachklause, aus der der Hintere Schachtenbach ausleitet. Da ist auch die Racheldiensthütte, über hundert Jahre alt, 2017 aufwändig renoviert und im Sommer bewirtschaftet. Zum Ausgangsort sind es nur noch 3m.

Bildnachweis: Von Rosa-Maria Rinkl [CC BY-SA 3.0] via Wikimedia Commons

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