Marburger Rücken

Von der Einmündung der Wetschaft in die Lahn bis etwa zur südlichen Stadtgrenze von Marburg zieht sich westlich der Lahn (also in Flussrichtung rechter Hand) der Höhenzug des Marburger Rückens. Nach Süden geht der Marburger Rücken in die Marburger Lahntalweitung über, nach Norden in die Wetschaft-Senke, nach Westen ins Dautphetal und nach Osten – am anderen Ufer der Lahn – erheben sich die Marburger Lahnberge.

Auf dem Marburger Rücken steht die Wiege Hessens. Hier residierte der erste Landgraf von Hessen – Heinrich I. – für dreißig Jahre, nachdem seine Mutter Sophie von Brabant den erst Dreijährigen 1247 auf der Mader Heide bei Gudensberg zum Herrscher von Hessen ausrufen ließ und die nachfolgenden Erbfolgekriege mit Thüringen zugunsten der Brabanter ausgingen. Im besten Mannesalter – 1277 – zog Heinrich I. von Marburg dann zwar nach Kassel, aber die Anfänge Hessens liegen in Marburg – genauer auf dem Landgrafenschloss, das hoch oben auf dem Marburger Rücken liegt.

Das vergleichsweise kleine Gebiet des Marburger Rückens wird heute fast komplett von der Marburger Altstadt und Marburger Stadtteilen eingenommen. Lediglich Cölbe ganz im Norden des Gebiets gehört nicht zum Stadtgebiet. So finden sich auf dem Marburger Rücken auch die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Universitätsstadt: Schloss, Marktplatz mit historischem Rathaus, Elisabethkirche und die alte Universität mit dem botanischen Garten an der Lahn.

Der höchste Punkt auf dem Marburger Rücken ist der Vogelheerd (370m) zwischen Marbach und Wehrda. Nach Westen setzt sich der Marburger Rücken getrennt durch das Tal des nur 6km langen Elnhauser Wassers in die noch einmal deutlich höheren Damshäuser Kuppen fort, die am Rimberg sogar 498m ü. NN erreichen.