Kannenbäckerstraße

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Die Kannenbäckerstraße wurde 1978 eröffnet und verbindet die zentralen Orte des Kannenbäckerlands entlang einer Straßenführung, die immer wieder zu einem Halt einlädt, um sich über Geschichte und Produkte des Töpferhandwerks zu informieren.

Die 36km lange Ferienstraße beginnt im Süden an der Bundesstraße B 49 bei Neuhäusel am Naturpark Nassau und führt dann über Hillscheid, Höhr-Grenzhausen, Hilgert, Ransbach-Baumbach, Mogendorf, Siershahn, Wirges und Moschheim bis nach Boden an die Bundesstraße B 255. Entlang der Route liegen zahlreiche Handwerksbetriebe, Museen und Wanderziele, die das Kannenbäckerland für den Reisenden kompakt erschließen.

Direkt am Startpunkt bietet die Gegend um Hillscheid eindrucksvolle Wanderungen entlang der alten Grenzführung des Römischen Reiches. Der Nachbau eines alten Wachturms und die rekonstruierten Grundmauern des Kastell Hillscheid lassen sich in einem kurzem Marsch erkunden.

In Höhr-Grenzhausen angekommen steht natürlich ein Besuch des Keramikmuseums Westerwald auf der Agenda. Dieser lässt sich verbinden mit einer Stadtroute durch den Ortsteil Grenzhausen, der ab dem Museum unter dem Motto „Keramik auf der Spur“ auf knapp vier Kilometern stolze 16 Werkstätten des Keramikhandwerks passiert.

Weiter nach Hilgert kommt man ins ehemalige Zentrum der Pfeifenbäcker: Den Herstellern der weißen Tonpfeifen, die seit dem 17. Jahrhundert für den steigenden Tabakkonsum benötigt wurden, aber auch – dann allerdings maschinell gefertigt – Tausende von „Stutenmännern“ zierten – das beliebte Hefegebäck in Form eines Pfeife rauchenden Männchens, das vor allem zu Nikolaus Konjunktur hat.

Ist Höhr-Grenhausen die Kannenbäckerstadt, so nennt sich Ransbach-Baumbach bescheiden die Töpferstadt. Doch sollte man vor lauter Ton nicht vergessen, dass man von Ransbach-Baumbach aus das Quellgebiet des Brexbach am idyllischen Landshuber Weiher erreicht und sich eine lauschige Tour inmitten feuchter Wälder anbietet. Wer’s bequemer mag, entspannt einfach am direkt in Zentrumsnähe gelegenen Erlenhofsee.

In Mogendorf nennen sich die Kannenbäcker Krugbäcker. Wahrscheinlich um sich abzugrenzen von den anderen verarbeitenden Industrien, denn Mogendorf ist das Zentrum des Tonbergbaus. Seit kurz nach dem 30jährigen Krieg die beliebte Eulererde bei Mogendorf entdeckt wurde, ist das Kannenbäckerland im wirtschaftlichen Aufschwung.

Weiter nach Siershahn lässt sich gut ein weiterer Museumsbesuch einplanen: Das Tonbergbaumuseum ist in einer Tongrube untergebracht. In den überirdischen Gebäuden wird heute die technische Entwicklung des Tonbergbaus dokumentiert.

Auch Wirges lebte jahrhundertlang von der Verarbeitung des Ton, trotzdem sollte der Reisende nicht verpassen, dem Westerwälder Dom – der Pfarrkirche St. Bonifatius – einen Besuch abzustatten. Auch ein Abstecher zum Silbersee oder auf den Steimel (333m) können eine schöne Abwechslung sein, bevor es weiter nach Moschheim und zum Naturschutzgebiet Malberg geht – einem reinrassigen Wandergebiet.