Herbstliche Wandertouren in Deutschland

Die Wälder präsentieren sich in bunten Rot- und Gelbtönen, das Laub raschelt bei jedem Schritt und die Luft ist klar – der Herbst ist wohl die schönste Jahreszeit zum Wandern. Wir präsentieren Ihnen die schönsten und farbenprächtigsten Herbstwanderung Deutschlands.

Bevor Sie jedoch losstarten, vergessen Sie nicht, dass die richtige Ausrüstung essenziell ist. Denn der wunderschöne Herbst kann auch mit Kälte und Nässe verbunden sein, darüber hinaus kommt es oft zu vermehrter Nebelbildung. Ratsam ist es daher, sich in einem schützenden Zwiebellook zu kleiden. Das bedeutet, dass Sie abhängig von der Temperatur vier bis sechs Schichten – von der Unterwäsche bis zur Jacke – am Körper tragen. Funktionskleidung garantiert, dass sich weder Hitze noch Feuchtigkeit staut und das Outfit allen Ansprüchen gerecht wird - egal ob Sie sich gerade gemütlich bewegen oder aktiv Sport betreiben. Die äußerste Schicht sollte zudem besondere Eigenschaften besitzen, um das Eindringen von Regenwasser zu verhindern und zu gewährleisten, dass Schweiß nach Außen geleitet wird.

Ein Teil der Körperwärme wird über Kopf und Hände verloren. Auch bei schönem Wetter sollten daher immer Mütze, Schal und Handschuhe eingepackt werden. Denn einerseits kann es im Herbst zu raschen Wetterumschwüngen kommen und andererseits sind gerade bei Gipfelbesteigungen starke Temperatursenkungen im Verlauf der Wanderung zu erwarten. Wesentlich ist natürlich auch das richtige Schuhwerk. Achten Sie darauf, qualitativ hochwertige Outdoorschuhe zu tragen, die wasserabweisend und für jedes Gelände einsetzbar sind. Lowa Wanderschuhe eignen sich beispielsweise sowohl für leichte Spaziergänge, als auch Trekkingtouren und anspruchsvolle Gipfelwanderungen.

Chiemgauer Alpen: Hochplatte

Bayern ist bekannt für seine wunderschönen Wandertouren. Nur wenige Kilometer vom Chiemsee entfernt befindet sich die 1568 Meter hohe Hochplatte. Los geht es am Wanderparkplatz in Rottau vorbei an Wiesen und herbstlichen Wäldern hinauf auf den Gipfel. Der Aufstieg von rund 1.000 Höhenmeter lohnt sich in jedem Fall, denn die Aussicht ist schlicht atemberaubend. Im Osten ragen die Chiemgauer und Berchtesgadener Berge in den Himmel, im Norden ist der wunderschöne Chiemsee zu sehen und im Westen können Sie den Nachbarberg der Hochplatte bestaunen – die Kampenwand, die aufgrund ihres gezackten Felsrückens bekannt ist. Müde Gipfelstürmer kehren in die Piesenauer Hochalm ein. Von der Terrasse aus kann man hier sogar das österreichische Kaisergebirge, die Hohen Tauern und die schneebedeckten Gipfel des Großvenedigers und des Großglockners sehen. Die Tour lässt sich auch auf eine Stunde Gehzeit verkürzen, wenn die Hochplattenbahn genommen wird.

Mittenwald: Hoher Kranzberg

Ein einfaches Wanderziel für die ganze Familie ist der Hohe Kranzberg bei Mittenwald. Der Wanderweg ist ganzjährig begehbar und als Rundweg angelegt. Die Tour auf den 1.391 Meter hohen Berg beginnt beim Kranzberg-Sessellift. Von dort geht es vorbei am Lautersee weiter zum Ferchensee. Die Landschaftsvielfalt dieser Tour wird auch so manchen routinierten Wanderer überraschen. Ab den Seen wandert man nun bei moderater Steigung durch einen wunderschönen herbstlichen Wald hinauf zum Kranzberg-Gipfel. Obwohl der Gipfel zu den eher niedrigeren zählt, ist die Aussicht phänomenal. Insgesamt gilt es bei dieser Tour ca. 450 Höhenmeter zu überwinden. Wer noch mehr Abwechslung sucht, dem sei der Panorama-Barfußrundweg empfohlen, der sich oberhalb der Sesselbahn-Bergstation befindet. Auch die Möglichkeiten zur Rast sind bei dieser Tour vielfältig. Eingekehrt werden kann auf der Lautersee-Alm, dem Gasthaus Ferchensee, dem Kranzberghaus und dem Berggasthof St. Anton sowie der Korbinianhütte.

Oberammergau: Laber

Auch eine schöne und aussichtsreiche Bergwanderung ist die Tour auf den Laber in Oberammergau. Die Wanderung startet bei der Talstation der Laber-Bergbahnen und führt über Almen auf den 1.682 Meter hohen Laber. Hier befindet sich die steilste, unpräparierte Skiabfahrt der Republik. Das Laberhaus lädt zur Einkehr ein und bietet auf seiner wunderschönen Sonnenterrasse einen großartigen Blick auf die herbstliche Landschaft der Region. Hier sieht man vom Estergebirge bis zum Karwendel und dem Wilden Kaiser. Für wen es noch ein wenig mehr Anstrengung und Abenteuer sein darf, der steigt in etwa 45 Minuten den schmalen Höhenpfad hinauf zum Ettaler Manndl. Wer auf das Manndl hinaufklettern möchte, sollte jedoch schwindelfrei sein, da es sich um einen ausgesetzten Klettersteig handelt. Für Ungeübte empfiehlt es sich daher, die Klettersteigausrüstung einzupacken. Über den Soila-See und der anschließenden Forststrasse geht es wieder zurück nach Oberammergau. Für die gesamte Tour sind etwa 5 Stunden Gehzeit einzurechnen. Ausgenommen vom Ettaler Manndl ist diese Wanderung dennoch bei mittlerer Kondition leicht zu bewältigen.

Roß- und Buchstein: Tegernseer Hütte

Exponiert und spektakulär – so präsentiert sich das Wanderziel dieser Route: die Tegernseer Hütte, die auf einer Höhe von 1.650 Metern liegt. Sie parken am besten am Wanderparkplatz Bayerwald. Von dort aus schlängelt sich der Wanderweg in steilen Serpentinen immer den Berg hinauf. Auf der Sonnbergalm kann kurz verschnauft werden, bevor es den Bergpfad schon wieder weiter hinauf durch den Wald geht. Hat man den Wald hinter sich gelassen, eröffnet sich ein schönes Panorama. Am Fuße des Roßsteins gibt es zwei Möglichkeiten. Wer gerne klettert, nimmt den Steig, der direkt zum Gipfel führt. Alle anderen können den Roßstein auf der Nordseite umgehen und wandern auf leichteren Wegen zur Tegernseer Hütte. Diese ist aufgrund ihrer spektakulären Lage bekannt. Wie ein Adlerhorst schmiegt sie sich zwischen Roß- und Buchstein in die schroffe Landschaft ein. Von der Tegernseer Hütte gibt es verschiedene Abstiegsmöglichkeiten, die wieder zum Ausgangspunkt führen.

Naturpark Altmühltal: Panoramaweg

Er gehört zu den schönsten und größten Naturparks Deutschlands: der Naturpark Altmühltal. Von Eichstätt nach Gunzenhausen führt die Flusslandschaft mit seinen steilwandigen Tälern, schroffen Felsen und hügelige Hochfelsen, die seines gleichen sucht. Der 200 Kilometer lange Altmühltal-Panoramaweg ist zurecht einer der "Top Trails of Germany". Gerade in der Herbstzeit wird man hier in eine Art Märchenwelt versetzt, die sich durch leuchtend-bunte Herbstwälder, Wacholderheiden, und Kalksteinformationen fasziniert. Spektakuläre Aussichtspunkte und der bekannte Donaudurchbruch sind weitere Highlights dieser herbstlichen Wanderung. Geht man den Altmühltal Panoramaweg vom Anfang bis zum Ende, so dauert die Wanderung ganze zehn Tage. Die Tour kann aber natürlich genauso in Teilstrecken absolviert werden.

Pfalz: Weinsteig

Das größte zusammenhängende Waldgebiet Deutschlands liegt in der Pfalz. Genau aus diesem Grund ist diese Weinregion im Herbst auch besonders anziehend für Wanderer und Naturliebhaber. Denn das Rot und Gold der Wälder leuchtet in diesen Monaten um die Wette mit den Blättern der Rebstöcke, die hier angebaut werden. 170 Kilometer lang erstreckt sich der Weinsteig, der in 11 Tages-Etappen von Bockenheim nach Schweigen-Rechtenbach führt und dabei an herrschaftlichen Schlössern, sagenumwobenen Burgen, mysteriösen Ruinen und malerischen Dörfern vorbeiführt. Am Wegesrand wird allerorts Federweißer angeboten. So steht einem einzigartigen Genusserlebnis nichts mehr im Wege. Für Wanderer, die nicht so viel Zeit haben, eine Mehrtagestour zu absolvieren, empfiehlt sich der Hauensteiner Höhenweg (18,5 km) oder die Seenwanderung im Maimontland (20 km).

Firstalm: Spitzingsee

Eine gemütliche Wanderung mit Seeblick verspricht die Almwanderung zur oberen Firstalm am Spitzingsee. Startpunkt ist der Parkplatz der Taubensteinbahn. Der erste Streckenabschnitt führt um den wunderschönen Spitzingsee Richtung Talstation des Kurvenliftes. Dort angekommen geht es immer entlang einer gemütlichen Forststrasse etwa 300 Höhenmeter bergauf, bis die untere Firstalm erreicht ist. Weiter geht es über schöne Almwiesen, bis zum Berggasthof Obere Firstalm, der ganzjährig ohne Ruhetag geöffnet ist. Auf der gemütlichen Sonnenterrasse lässt sich bei Schönwetter das traumhafte Bergpanorama genießen. Nach der wohlverdienten Stärkung kann der Rückweg über den Forstweg beim Spitzingsattel angetreten werden, der im Winter gerne zum Rodeln genutzt wird. Insgesamt dauert die Rundtour etwa 2,5 bis 3 Stunden.

Nationalpark Hainich: Baumwipfelpfad

Familien werden am Baumwipfelpfad im Nationalpark Hainich in Thüringen ihre Freude haben. Der größte zusammenhängende Laubwald Deutschlands wurde 2011 von der UNESCO auf die Liste des UNESCO-Weltnaturerbes gesetzt. Hier finden sich bunt leuchtende Ahornbäume neben Rotbuchen und Eschen. Insgesamt ergibt sich ein Farbenspiel, das den Namen "Indian Summer" - wie der goldene Herbst in den USA genannt wird - wirklich verdient hat. Kinder werden vor allem den Spaziergang über den Wipfeln des Waldes spannend finden. 44 Meter über der Erde schlängelt sich der Baumwipfelpfad in zwei Schleifen um einen Aussichtsturm, der einen fantastischen Ausblick auf den Park im herbstlichen Gewand bietet. Für das richtige Abenteuergefühl sorgt eine Hängebrücke, die es zu überwinden gilt. Auch Vogelkundler finden hier eine Vielzahl an Vogelarten und Fledermäusen vor. Wer danach noch eine ausgedehnte Wanderung erleben möchte, dem stehen unzählige Rundwanderwege zur Verfügung. Der Wildkatzenpfad führt beispielsweise 7 Kilometer durch die abwechslungsreiche Landschaft des Nationalpark Hainich. Wie der Name schon sagt, können hier tatsächlich Wildkatzen in der freien Natur beobachtet werden. In der Wildkatzenscheune können sich Interessierte darüber hinaus über die ungewöhnlichen Bewohner des Nationalparks informieren.

Zugspitze: Höllentalklamm

Etwas für Abenteurer ist die Höllentalklamm bei Grainau, denn hier erwarten den Besucher tosende Wassermassen, die ins Tal rauschen und sich tief ihren Weg in die bizarren Felsformationen der Schlucht gegraben haben. Los geht es im Grainauer Ortsteil Hammersbach. Immer dem Bach entlang gelangt man in etwa einer Stunde Gehzeit zur Klammeingangshütte. Hier muss Eintritt gezahlt werden, doch die Investition lohnt sich. Der Weg entlang der Klamm beeindruckt Groß und Klein gleichermaßen und führt über Felstunnel, Stege, Brücken und Treppen entlang der Schlucht immer weiter nach oben. Gerade in den Herbstmonaten kann es in der feuchten Höllentalklamm sehr nass werden. Achten Sie daher darauf, eine wasserdichte Jacke, wasserdichte Schuhe, eine Kopfbedeckung sowie eventuell eine Rucksackregenhülle mitzunehmen. Am Ende der Klamm führt der Weg durch das hochalpine Höllental immer mit Blick Richtung Zugspitze. Schließlich gelangt man zu einer Einkehrmöglichkeit – der Höllentalangerhütte, wo Sie sich für den anstrengenden Aufstieg belohnen können. Falls Sie den Rückweg nicht auf demselben Weg antreten wollen, so empfiehlt sich der alternative Abstieg über den Stangensteig. Die gesamte Dauer der Tour ist mit 4 Stunden für jedermann zu schaffen.

Sauerland: Uplandsteig

Die Gemeinde Willingen im Sauerland bietet im Rothaargebirge ein Netz aus Wanderwegen, das insgesamt 300 Kilometer umfasst. Unter den vielen Rundwanderwegen ist einer ganz besonders empfehlenswert: Der Uplandsteig - ein Landschaftstraum der auf einer Strecke von 66 Kilometern und 1618 Höhenmetern einiges an Kondition von geübten Wanderern erfordert. Doch die Mühe lohnt sich in jedem Fall. Die wunderschöne Landschaft ist gekennzeichnet durch Mischwälder, Buchenwälder, Tannenwälder und Feldflure sowie saftige Wiesen und geheimnisvolle Sumpflandschaften. Nach den ersten 500 Höhenmetern werden Sie mit einem herrlichen Fernblick über das Upland belohnt. Vorbei an malerischen Dörfern und einem Badesee geht es weiter durch das wunderschöne Naturschutzgebiet. Schließlich erklimmen Sie den höchsten Berg Nordrhein-Westfalens, den 842 Meter hohen Langenberg. Der gesamte Uplandsteig lässt sich aufgeteilt auf drei Tagesetappen mit jeweils 22 km gut bewältigen.

Pfaffenwinkel: Osterseen

Wer sich in den lauen Herbsttagen nach einem leichten Spaziergang und Seeidylle sehnt, der wird in Iffeldorf bei den Osterseen fündig. Der zehn Kilometer lange Weg startet beim Wanderparkplatz in Iffeldorf. Anschließend geht es am Westufer des großen Ostersees entlang, der ein wunderschönes Panorama mit Bergblick bietet. Höhenmeter sind dabei keine zu erwarten, der Weg ist flach und sogar mit Kinderwagen zu bewältigen. Während die vielen Badestellen im Sommer zum Sprung ins kühle Nass einladen, können sie im ruhigeren Herbst für eine kurze Rast genutzt werden. Am südlichen Ende des Sees kommt man schließlich an einem Quelltrichter vorbei – die blaue Gumpe – die den See speist. Wer nun hungrig geworden ist, der kehrt im Fohnseestüberl am Campingplatz ein. Weitere Gastwirte gibt es im nahegelegenen Iffeldorf. Insgesamt ein wunderschöner Ausflug, der für die ganze Familie geeignet ist.

Die Naturparkregion Frankenwald

Den Frankenwald bezeichnen Einheimische und Gäste der Region auch als Wanderwald. Zurecht, denn er wurde 2015 als erste bayrische Region als "Qualitätsregion Wanderbares Deutschland" zertifiziert. Ein einheitlich markiertes Netz an Wanderwegen bietet unerschöpfliche Möglichkeiten. So können mehr als 4.200 Kilometer zu Fuß erkundet werden. Von Fernwanderwegen bis zu Halbtages- und Tagestouren ist hier alles zu finden, was das Wanderherz begehrt. Der 242 km lange Rundwanderweg namens Frankenwald-Steig, führt einmal um die gesamte Region. 32 der schönsten und erlebnisreichsten Halbtages- und Tagestouren sind die sogenannten "Frankenwald Steigla". Alle Wanderwege stehen unter verschiedenen Mottos wie "Stille hören", "Wald verstehen" und "Weite atmen". Hier ist der Name Programm. Die Ruhe des Waldes macht es möglich, dass Wanderer zu innerer Stille finden. Überraschende Ausblicke am Weg sorgen immer wieder für Abwechslung und Panorama-Genuss. Generell kann der Wald mit allen Sinnen erfahren werden. Das Laub des Herbstes riechen, über den weichen, bemoosten Waldboden laufen, die Wurzeln des Waldes spüren – all das macht die Erfahrung des Waldes aus, sodass sich Wanderer wieder mit der Natur verbinden und den Wald verstehen lernen.

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