Herborn-Burg

Burg ist ein Stadtteil von Herborn, der seinen Namen der Existenz einer frühmittelalterlichen Burganlage verdankt, die aber schon im 13. Jahrhundert im Rahmen der Dernbacher Fehde zerstört wurde. Burg war ein strategisch wichtiger Punkt, denn hier münden Ambach (vom Westerwald kommend) und die Aar (vom Lahn-Dill-Bergland kommend) in die Dill. Daher vermuten Historiker, dass die in Seelbach residierenden Ritter von Dernbach hier eine Schutzburg für ihr Stammhaus Alt-Dernbach errichteten.

Möglicherweise resultiert aus dieser historischen Begebenheit auch die Tatsache, dass sich die Burger und die Seelbacher bis heute nicht richtig grün sind. Man erkennt dies an den örtlichen Spitznamen: Die Seelbacher sind die Katzen, die Burger die Mäuse und Katzen und Mäuse vertragen sich selten.

Die verbliebenen Reste der Burg findet man an der Straße Am Türmchen, die oberhalb der Kapelle verläuft. Die evangelische Kapelle ist übrigens das Wahrzeichen von Burg. Sie wurde im Kern um 1250 errichtet und erhebt sich auf steilem Fels hoch über dem Dilltal. Der kleine Saalbau mit romanischer Apsis wurde um 1840 grundlegend erneuert, wobei ein schlanker Westturm angefügt worden ist.

Burg war über Jahrhundert ein kleines Dorf, bis die Industrialisierung im Lahn-Dill-Bergland einzog. Die Burger Eisenwerke gehörten im 19. Jahrhundert zu den führenden deutschen Unternehmen im Eisenguss. Unter der Marke Juno wurden in Burg u.a. Herde hergestellt. Die Marke hat bis heute überlebt, die Burger Eisenwerke nicht. Auf der Industriebrache siedelten sich mittlerweile zahlreiche mittelständische Betriebe an.