Haus Vorst

Südlich von Leichlingen oberhalb der Wupper, in die hier der Murbach einmündet, liegt die Höhenburg Haus Vorst. Der Rittersitz wurde erstmals im 13. Jahrhundert erwähnt, vermutlich reicht die Gründung aber noch weitere zwei Jahrhunderte zurück. 1795 brannten französische Truppen die Burg nieder.

1832-34 wurde auf den Fundamenten des alten Palas das neugotische Herrenhaus errichtet, das zunächst als Jagdschloss diente und dann als Gastronomie genutzt und zu einem beliebten Ausflugsziel in der Region wurde. Als 1906 die Gastwirtschaft geschlossen wurde, machte sich der damalige Bürgermeister von Leichlingen ernsthafte Sorgen, dass nun der gesamte Fremdenverkehr zum Erliegen käme.

Nach dem Zweiten Weltkrieg erwarb der Maler Werner Peiner Haus Vorst und restaurierte das Anwesen von Grund auf. Das war nicht der schlechteste Zeitvertreib, denn Ausstellungen brauchte Peiner nicht zu machen. Er war als Haus- und Hofmaler der Nazis u.a. Leiter der Hermann-Göring-Meisterschule für Malerei und wurde von Hitler auf die Liste der zwölf unersetzlichen bildenden Künstler gesetzt, die von Kriegsdienst und Volkssturm verschont blieben.

Haus Vorst liegt am Ende eines kleinen Waldgebiets, dem Vorster Busch. Es ist ein beliebtes Ziel für Spaziergänger und Läufer, aber auch Wanderwege wie der Wupperweg führen über die Anhöhe des Vorster Busches.

Hinter Haus Vorst – getrennt durch die Wupper, die man hier nicht überqueren kann – liegt das kleine Dörfchen Balken. Hier verrichtete seit dem 14. Jahrhundert die Wietscher Mühle ihr Werk, der vom Murbach angetrieben wurde. Ein Mühlenteich diente als Speicher, falls der Murbach mal zu wenig Wasser führte.

In direkter Nachbarschaft befindet sich seit 1993 auf dem Gelände einer ehemaligen Spinnerei der sogenannte Sinneswald, ein Skulturenpark im Murbachtal. Hier werden regelmäßig Ausstellungen veranstaltet und in der Natur sind zahlreiche Kunstobjekte aufgestellt worden. Der Sinneswald ist von Frühjahr bis Herbst zugänglich. Der Eintritt ist frei, Spenden werden aber erbeten.