Fernwanderwege in Deutschland

Mit 2.962 Metern ist die Zugspitze im Wettersteingebirge der höchste Berg Deutschlands. Viele Wanderer schätzen die spektakuläre Aussicht vom Gipfel, dabei haben Fernwanderwege mindestens genauso viel zu bieten.

Zwar legt man nicht so viele Höhenmeter wie auf einer Gipfelwanderung zurück, doch man bekommt einen Eindruck von der vielseitigen Landschaft Deutschlands. Einen Weitwanderweg legt man in Etappen zurück; entweder trägt man die Ausrüstung für die Übernachtung bei sich oder man mietet sich hier ein Wohnmobil, wenn man es komfortabler mag und nicht viel Gepäck auf den Tagestouren mit sich führen möchte.

Dann allerdings ist Hilfe dafür nötig, das Wohnmobil etappenweise ans neue Ziel zu bringen. Fernwanderwege sind einheitlich markiert, in Etappen aufgeteilt und durchlaufen in der Regel verschiedene Regionen. In Deutschland gibt es eine Vielzahl solcher Wanderwege mit unterschiedlichsten Anforderungen; manche haben sogar eine mehr als 100-jährige Tradition. So verbinden sie historische Sehenswürdigkeiten und Denkmäler, die am Wegesrand stehen, und bieten Aussichtspunkte mit einem herrlichen Blick auf die Landschaft.

Die Natur hautnah erleben

In der Wahl "Deutschlands schönste Wanderwege" des Wandermagazins hat das Publikum für das Jahr 2017 den Saar-Hunsrück-Steig vor dem FrankenwaldSteig (Platz 2) und dem SalzAlpenSteig (3. Platz) auf den ersten Platz gewählt. Doch es gibt noch weitere Fernwanderwege, deren Besuch sich sowohl für Anfänger als auch für geübte Wanderer lohnt.

  • Der Heidschnuckenweg: In der idyllischen Lüneburger Heide gelegen, gilt der Heidschnuckenweg als der schönste Wanderweg in Norddeutschland. Es handelt sich um einen relativ jungen Wanderweg, der mit seinen 223 Kilometern erst im Sommer 2012 eingeweiht wurde. Die 13 Etappen sind zwischen 7 und 27 Kilometern lang und führen von Hamburg nach Celle, also einmal quer durch Niedersachsen. Auf dem Heidschnuckenweg legt man kaum Höhenmeter zurück - mit 169 Metern ist der Wilseder Berg der höchste Punkt. Belohnt wird man mit einer eindrucksvollen Natur: Man passiert Birkenwälder und Moore und begegnet natürlich auch der Namensgeberin des Wanderwegs - der Schafrasse Heidschnucke.
  • Der Jurasteig: Inmitten der Naturlandschaft des Bayerischen Jura liegt der Jurasteig, ein 237 Kilometer langer Rundweg, der unter anderem über Höhen und Täler der Donau führt. Aufgeteilt in 13 Etappen, kann man am Jurasteig nicht nur Pflanzen und Tiere wie den Wanderfalken und Eisvogel beobachten, sondern bekommt auch einen guten Eindruck von ursprünglichen Flusslandschaften sowie Kiefern- und Buchenwäldern. Einzigartig sind die naturbelassenen Wege und die Mittelgebirgslandschaft am Jurasteig, der sich aufgrund des Pfalzlbauernbergs eher für erfahrene Wanderer eignet.
  • Der 66-Seen-Wanderweg: Der in Brandenburg gelegene Fernwanderweg ist bestens für einen Wanderausflug mit der ganzen Familie geeignet, denn man muss auf den 17 Etappen keine großen Steigungen überwinden. Dafür bekommt man beeindruckende Natur geboten, denn der 400 Kilometer lange Rundweg, der in Potsdam startet und endet, führt durch eine der gewässerreichsten Landschaften Deutschlands. Waldreiche Gebiete befinden sich im Wechselspiel mit Seen und Flüssen, und auf dem Weg um Berlin herum trifft man auf romantische Dörfer und Schlösser. Durch die Nähe zur Hauptstadt können Berliner auch mal für ein Wochenende dem Trubel der Großstadt entfliehen und auf ein oder zwei Etappen des 66-Seen-Wanderweges durch Brandenburg wandern.

Bildnachweis: Frerk Meyer [CC BY-SA 2.0] via flickr.com