Falk LUX 32 Outdoor GPS-Navi im Wanderatlas Praxistest

Seit 2010 bieten die Navigationsexperten von Falk unter der Marke Falk Outdoor auch Navigationsgeräte speziell für Wanderer und Radfahrer an. Wir hatten die Möglichkeit, uns ein aktuelles Gerät aus der LUX-Reihe, genauer das Modell LUX 32, einmal intensiver anzuschauen.

Lieferumfang

Geliefert wird das LUX 32 in hübsch aufgemachter Verkaufsverpackung. Nach dem Auspacken überrascht die mitgelieferte Fahrradhalterung, dies ist nicht unbedingt üblich und wird von anderen Herstellern oftmals als Extrazubehör teuer angeboten – klarer Pluspunkt für Radler an dieser Stelle. Der restliche Inhalt beschränkt sich auf das obligatorische USB-Verbindungskabel, eine Kurzanleitung, einige Gutscheine und einen Satz Batterien für den ersten Einsatz. Überraschenderweise liegt keine Software auf CD mit bei, diese kann man laut Kurzanleitung aber im Internet herunterladen – dazu später mehr.

Erster Eindruck und Inbetriebnahme

Das LUX 32 macht auf den ersten Blick einen massiven Eindruck. Das Format ist weder zu groß noch zu klein und das Gerät liegt gut in der Hand. Eine seitliche Gummierung bietet zusätzlichen Halt und verhindert das Herumrutschen des Gerätes in der Handfläche. Für kleine Hände dürfte das Gerät ruhig etwas flacher gebaut sein, aber das Problem betrifft leider nahezu alle Outdoorgeräte und ist einfach der robusten Bauart dieser Geräteklasse geschuldet.

Nach der Haptik geht es nun an die erste Inbetriebnahme. Zum Einlegen der Batterien muss der rückseitige Deckel geöffnet werden. Wie bei Outdoorgeräten üblich, ist der Deckel wasserdicht verbaut und über eine Schraube zu öffnen. Der Schraubenkopf besteht aus zwei Hälften, von denen eine hochgeklappt werden muss, um dann nach einer Vierteldrehung den Deckel öffnen zu können. Doch ohne lange Fingernägel muss man allerdings zu einem Hilfsmittel wie einem Messer greifen, sonst bekommt man das Teil einfach nicht aufgeklappt – da könnte der Hersteller noch mal etwas nachbessern.

Im Batteriefach befindet sich auch ein Erweiterungsslot für MicroSD Karten, falls dem LUX 32 einmal der Speicher ausgehen sollte. Auf unserem Gerät waren aber noch üppige 800MB freier Speicher verfügbar – das reicht locker für Tausende von Tracks. Also Batterien eingelegt, Deckel drauf, den Einschaltknopf gedrückt und los.

Während der Startprozedur informiert der LUX 32 über den Fortgang und begrüßt uns nach dem Erststart mit einem Dialog zur Sprachauswahl. Danach wird noch die Heimadresse abgefragt (wieso eigentlich?) und das Gerät beginnt mit der Satellitenortung. Selbst in einem geschlossenen Raum nahe eines Fensters ging dies für eine Erstinbetriebnahme erstaunlich schnell – sehr schön. Ein Blick auf das Display zeigt nun den aktuellen Standort auf der Karte an.

Die Erfahrung sagt uns, bevor man weitermacht, sollte man erst einmal den aktuellen Software-Versionsstand des Gerätes prüfen und das Kartenmaterial auf den aktuellen Stand bringen. Die Kurzanleitung verrät uns, die dazu nötige Software (Falk-Navi-Manager) solle man bitte aus dem Internet herunterladen - heutzutage durchaus nicht unüblich. Also, Webseite öffnen und Software laden. Dumm nur, wenn man, wie ich, mit einem Apple Rechner arbeitet und die Software nur für Windows verfügbar ist. Sehr schade, andere Anbieter sind hier weiter und bieten auch Software für die Apple Rechner.

Gut, wenn man Kollegen hat, die mit Windows arbeiten. Die Software ist schnell heruntergeladen und installiert. Nach dem Verbinden des LUX 32 per USB-Kabel behauptete die Software aber beharrlich, kein Gerät finden zu können. Trotz mehrmaligen Ab- und Ansteckens wurde der LUX 32 nicht erkannt und das, obwohl das Display des LUX 32 nach dem Anstecken deutlich heller wurde. Nach systematischer Problemsuche war dann einfach nur der Stecker des USB-Kabels nicht tief genug ins Gerät eingesteckt. Allerdings lies sich der Stecker auch nur unter ziemlich heftigem Wackeln und Drücken richtig einstecken. Anschließend ging es dann aber spürbar einfacher und die Verbindung klappte sofort.

Überraschenderweise waren sowohl das Gerät als auch die Karten auf dem aktuellen Stand und so konnte es endlich losgehen.

Bedienung und Funktionsumfang

Das Gerät besitzt nur drei echte Tasten, die restliche Bedienung erfolgt über den Touchscreen. Wer bereits ein Smartphone besitzt, kommt sofort zurecht. Das Display ist ausreichend hell, wenn auch etwas blass bei der Farbdarstellung. Das gesamte Menü zeigt sich erfreulich aufgeräumt und alle wichtigen Einstellungen sind schnell zu erreichen.

Das LUX 32 leistet sich keine größeren „Hänger“ bei der Bedienung und reagiert relativ schnell auf die Eingaben. Auch die Karte ist noch ausreichend schnell beim Verschieben und Zoomen und zeigt keine negativen Auffälligkeiten. Auf unserem Gerät sind die Basiskarten für Europa und die Premium-Outdoor-Karte für Deutschland vorinstalliert. Die Premium-Outdoor-Karte macht gleich auf den ersten Blick einen guten Eindruck und ist sogar routingfähig - auch über Feldwege und Trampelfade hinweg - das ist ein echter Pluspunkt!

Hier bietet das LUX 32 auch eine „Mein Rundkurs“ genannte Funktion - ein echtes Highlight, wie wir finden. Das funktioniert so: Egal wo man sich gerade befindet, man kann mit „Mein Rundkurs“ spontan eine Wanderung planen. Dazu bestimmt man einfach die gewünschte Länge oder Dauer der Tour, bestimmt die Schwierigkeit und erhält schon Sekunden später bis zu drei Wandervorschläge ausgehend vom aktuellen Standort. Die Vorschläge lassen sich dann direkt in der Karte begutachten und man kann sofort los wandern – Spitzenklasse!

Neben ein paar wenigen vorinstallierten Wander- und Radwegen ist auf dem Gerät ein sogenannter Reiseführer mit an Bord. Damit lassen sich allerlei Sehenswürdigkeiten, Hotels, Parkplätze usw. in der Umgebung finden. Außerdem mit dabei: ein Bus und Bahn Verbindungsplaner, Geocaching- Verwaltung und andere kleine Annehmlichkeiten.

Praxistest

Natürlich muss sich ein Outdoorgerät draußen in der Natur bewähren, also Track erstellt und auf das Gerät übertragen. Das kann durch unterschiedliche Methoden erreicht werden. Entweder nimmt man die verfügbare Software zum Übertragen (nur unter Windows), oder man kopiert die Dateien direkt auf das als Wechselfestplatte angemeldete Gerät. Letzteres ist sicher die schnellere und einfachere Methode. Der mitgelieferten Software merkt man nämlich deutlich die Herkunft aus dem Autonavigationsbereich an, bietet sie doch keinen echten Mehrwert für die Outdoorgeräte, und auch der Funktionsumfang lässt zu wünschen übrig. Gut, dass es kostenlose und leistungsstarke Alternativen wie etwa „QLandkarteGT“ frei zum Herunterladen aus dem Internet gibt.

Kopiert man die Dateien mit einem Mac auf das Gerät, gibt es das nächste Problem, da MacOSX zusätzlich einige versteckte Dateien mitkopiert, es erscheint dann nach jedem Anschalten des LUX eine Fehlermeldung – das sollte dringend in der nächsten Software Version gefixt werden – andere können das auch...

Vor Ort angekommen, fragt das LUX 32, ob der gewählte Track in eine Route konvertiert werden soll. Holla – nicht schlecht, wie wir finden – also gleich die Routenoption gewählt und los geht’s.

Wie zu erwarten, schlägt sich das LUX 32 tapfer und zeigt keine Probleme bei der Navigation. Die Abbiege-Instruktionen im Route-Modus sind klar und deutlich und die GPS-Genauigkeit liegt auf dem Niveau der Konkurrenz. Auch im dichten Laubwald konnten wir eine ständig gute Empfangsqualität feststellen. Die mitgelieferte Premium-Outdoor-Karte überzeugt durch Detailreichtum, im Test zeigte die Karte selbst kleinste Trampelpfade zuverlässig an.

Wanderatlas Fazit

Gute Hardware mit gutem Kartenmaterial, aber Schwächen bei der Software – hier sollte unbedingt nachgebessert werden.