Die wichtigsten Versicherungen für Wanderer

Die Bewegung an frischer Luft, die Schönheit der Natur, die Langsamkeit der Fortbewegung und die Ruhe, um die Gedanken schweifen zu lassen - Wandern tut Körper und Seele gut und schafft einen Ausgleich zum oft stressigen Alltag. Doch drohen in freier Natur auch manchmal unvorhersehbare Gefahren.

Ein unkonzentrierter Moment genügt und der Unfall ist passiert. Damit Wanderer in einem solchen Fall nicht auf den Kosten der Bergung und der medizinischen Versorgung sitzenbleiben, ist ein umfangreicher Versicherungsschutz sinnvoll. Notfälle passieren. Selbst wenn alles akribisch vorbereitet wurde, der Trainingsstand optimal und die Ausrüstung vollständig ist, können das Wetter oder der Zufall einen Strich durch die perfekte Planung machen. Mit diesen Versicherungen sind passionierte Wanderer im Fall der Fälle finanziell abgesichert.

Die private Unfallversicherung

Jeder Arbeitnehmer in Deutschland, der sozialversichert ist, ist auch unfallversichert. Die gesetzliche Unfallversicherung deckt allerdings nur Unfälle ab, die im beruflichen Umfeld passieren. Dazu zählen Unfälle am Arbeitsplatz, auf dem Arbeitsweg sowie berufsbedingte Erkrankungen. Unfälle, die in der Freizeit passieren, sind von der gesetzlichen Unfallversicherung nicht abgedeckt. Laut dem Versicherer CosmosDirekt greift die gesetzliche Unfallversicherung daher in weniger als einem Drittel aller Unfälle. Für Wanderungen, die ja in der Regel in der Freizeit stattfinden, ist daher eine private Unfallversicherung notwendig.

Nicht alle Versicherer versichern automatisch alles. Aus diesem Grund ist es wichtig, vor dem Abschluss einer Police immer das Kleingedruckte zu lesen. Einige Versicherer stufen den Berg- und Wandersport als Risikosportart ein: Dafür wird entweder ein Preisaufschlag fällig, oder die Sportart ist aus dem Versicherungsschutz ausgeschlossen.

Auch Begrenzungen wie ein Höhenlimit bei Bergwanderungen oder die Kostenübernahme für eine Bergung per Hubschrauber können die Versicherer individuell festlegen. Zu prüfen ist auch, ob die Kosten eines Unfalls im Ausland abgedeckt sind, schließlich gibt es nicht nur in Deutschland reizvolle Wanderrouten. Sind die Vertragsbedingungen diesbezüglich nicht eindeutig, sollten Versicherte bzw. an einer Versicherung Interessierte unbedingt nachhaken, damit sie am Ende nicht trotz vorhandener Versicherung auf den Unfallkosten sitzen bleiben.

Private Haftpflichtversicherung

Die Haftpflichtversicherung ist eine der wichtigsten privaten Versicherungen - nicht nur für Wanderer. Es kann immer passieren, dass durch Unachtsamkeit oder ein Missgeschick andere Personen oder deren Besitztümer zu Schaden kommen. Die Haftpflichtversicherung übernimmt die Kosten für solche Schäden. Das kann mitunter sehr viel Geld sein, etwa wenn eine geschädigte Person aufgrund des Vorfalls eine lebenslange medizinische Versorgung benötigt.

Auch kleinere Missgeschicke, zum Beispiel eine Beschädigung der Wanderausrüstung eines Mitwanderers, lassen sich über die private Haftpflichtversicherung unkompliziert regeln. Auch bei der Wahl einer privaten Haftpflichtversicherung ist der Leistungsumfang ausschlaggebend. Wanderer sollten insbesondere darauf achten, dass im Rahmen eines Freizeitsports verursachte Schäden im Leistungspaket enthalten sind. Auch hierfür ist ein Blick in die Vertragskonditionen angeraten, denn einige Versicherer haben in ihren Tarifen Ausschlussklauseln für Wettkämpfe oder bestimmte Risikosportarten.

Versicherungen für das Ausland

Wanderer, die weltweit und auch gerne in abgelegenen Regionen unterwegs sind, sollten auf einen umfangreichen Versicherungsschutz besonderen Wert legen. Denn viele Versicherungen greifen im Ausland entweder gar nicht oder sie sind auf das europäische Ausland beschränkt. Das gilt auch für die Krankenversicherung, weswegen eine Auslandskrankenversicherung obligatorisch ist. Sie sollte Bergungs-, Such- und Rettungskosten sowie Krankenhausaufenthalte, Krankentransporte und Krankenrücktransporte aus dem Urlaubsland zu 100 Prozent übernehmen.

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