Die perfekte Ausrüstung beim Wandern und Trekking

Wandern und Trekking sind optimale Sportarten, um die Natur zu erleben und sich körperlich zu betätigen. Dabei ist eine gute Ausrüstung besonders wichtig, denn je nach Wanderregion sind unterschiedliche Geräte und Kleidungsstücke notwendig sowie eine gute Übersicht über die eigene Leistungsfähigkeit und den eigenen Anspruch an die Strecke.

Ob Trekkingstöcke, Wanderstiefel oder multifunktionale Rucksäcke – die Möglichkeiten der Ausstattung sind nahezu unbegrenzt. Doch besonders bei Schuhen, Funktionskleidung und Rucksäcken ist eine passende Ausrüstung zwingend erforderlich, um sich selbst zu schützen und eine möglichst lange Nutzung zu ermöglichen. Die Sicherheit sollte dabei an oberster Stelle stehen, denn Stürze gehören zu den häufigsten Unfallursachen bei Wanderern und Trekking-Fans. Darüber hinaus sollten Outdoor-Freunde zusätzliche Ausrüstungen wie Karten und Erste-Hilfe-Material stets mit sich führen, um mögliche Unfälle zu vermeiden oder vor Ort Erste Hilfe leisten zu können.

Wanderschuhe, Stiefel und Trekkingschuhe

Das Schuhwerk ist das wichtigste Werkzeug für eine Trekking- oder Wandertour, denn die Schuhe müssen allen Witterungen trotzen, viel Belastung aushalten und durchgehend Stütze und Schutz bieten. Beim Kauf der Schuhe sollten sich Wanderfreunde ausreichend Zeit nehmen und diese ausführlich testen. Ein guter Schuh für alle Regionen, ob heiß, kalt, steinig, moorig oder sandig gibt es in der Regel nicht, deshalb sollten Wanderer sich ein passendes Paar für die Gegend besorgen, die sie am häufigsten aufsuchen. Wichtige Auswahlkriterien dabei sind:

  • Gelände: Schnee, Eis, Geröll, Waldwege, befestigte Wege
  • Klima: Sehr feucht, heiß oder kalt
  • Anforderung: Ausdauer, Wanderung, Trekking, Camping, Expedition

Die Schuhgrößen lassen sich am besten direkt im Schuhladen ermitteln, damit eine erste Orientierung vorliegt. Doch jeder Fuß und jeder Schuh verhält sich unterschiedlich, deshalb ist es bei einem Wanderschuh wichtig, für das Bergabgehen mindestens einen halben Zentimeter Spielraum zu lassen. Da Füße im Laufe des Tages anschwellen, sollte bei einem Kauf am Vormittag mindestens ein Zentimeter Platz im vorderen Schuh bleiben. Der Schuh sitzt richtig, wenn die Zehen Platz haben, die Schnürung am Spann fest genug ist und die Ferse sich gut in den Schuh einfügt. Käufer sollten unbedingt mit den Socken die Schuhe anprobieren, mit denen sie in Zukunft wandern möchten.

Wanderexperten kennen die Unterschiede zwischen Wander- und Trekkingschuhen, denn Trekking benötigt Schuhe mit größerem Abrollwiderstand, da die Strecken meist anspruchsvoller und unebener sind, als bei kurzen Wandertouren. Die Torsionssteifigkeit des Materials stützt den Fuß und wird steifer, je extremer die Strecke sein soll. Vor allem in unsicheren Gebieten ist eine gute Unterstützung für den Fuß wichtig, um Unfälle zu vermeiden.

Für anspruchsvolles Terrain ist außerdem ein Absatz sinnvoll, der auch in unwegsamen Gebieten den Fuß stabil halten kann. Einen ausführlichen Bericht zum Kauf des richtigen Schuhs gibt es unter diesem Eintrag. Wer sich für ein Modell entschieden hat, sollte auf jeden Fall das Einlaufen nicht vergessen, denn ansonsten sind Druckstellen oder Blasen möglich. Experten empfehlen, einige Wochen vor der ersten Tour für ein bis zwei Stunden am Tag die Schuhe zu nutzen und den Fuß an den Schuh zu gewöhnen.

Funktionskleidung für jede Region

Die Eifel ist zum Beispiel durch den Einfluss des Atlantiks mit milden Wintern und niederschlagsreichen Sommern ausgestattet, während der Taunus sehr abwechslungsreiche Temperaturen und Wetterbedingungen aufweist. Ein Wanderer muss sich jedoch in höheren Lagen immer auf wechselhaftes Wetter einstellen. Wichtige Eigenschaften der Ausrüstung sind:

  • Wetterfestigkeit
  • Wärme halten
  • Wind abweisen
  • Leichtigkeit
  • Feuchtigkeit transportieren
  • Belüften

Empfohlen ist das Zwiebelprinzip, das mehrere Lagen an unterschiedlicher Kleidung vorsieht. So kann bei langen Touren mit verschiedenen Temperaturen am Tag der Körper optimal gekühlt oder gewärmt werden. Zuerst ist an die Funktionsunterwäsche zu denken, welche die Feuchtigkeit aufnimmt und nach außen weiterleitet. Diese Schicht ist vor allem aus synthetischen Stoffen oder Merinowolle, die schnell trocknen und die Feuchtigkeit wieder abgeben. Merinowolle ist jedoch eher für winterliche Touren geeignet, denn sie wärmt ausreichend trotz einer etwas langsameren Trockenzeit.

Die zweite Schicht ist meist die Isolationsschicht, die aus einem Hemd, T-Shirt oder Pullover und einer Trekkinghose besteht. Bei kälteren Temperaturen sollten Wanderer auf Wollprodukte oder Fleecejacken zurückgreifen, während im Sommer ein Hemd ausreichen kann. Allerdings sollten die Hobbysportler immer genügend warme Kleidung mit sich führen, denn Wetterumschwünge und höhere Lagen können kältere Temperaturen verursachen, die am Anfang der Tour noch nicht vorherzusehen waren. Im Winter kann zu der Isolationsschicht noch eine Wärmeschicht hinzukommen, mit Westen oder Fleece-Jacken, wenn die Outdoor-Jacke keine eigene Wärmeisolation besitzt. Der äußere Schutz sollte aus Membranen bestehen, die vor Wind, Regen oder Schnee schützen und mit ihrer ausgefeilten Technik die Feuchtigkeit des Inneren nach außen leiten. Spezielle Materialien sorgen dafür, dass eine ausreichende Belüftung erfolgt.

Der Unterschied zwischen Hardshell und Softshell besteht darin, dass die Hardshellkleidung die geringste Atmungsaktivität aufweist und vor allem bei heftigen Regenfällen und Unwettern schützen kann. Doch in der Regel reicht eine Softshelljacke gegen Wind und geringere Regenfälle aus. Je wärme es ist, desto mehr Schichten kann der Wanderer nach und nach ausziehen und bei Bedarf nasse Kleidung auswechseln. Deshalb ist es wichtig, auf die richtigen Größen zu achten, damit unter die äußeren Schichten noch weitere Kleidungsstücke passen und eine ausreichende Belüftung stattfinden kann.

Mit Hilfe dieser Übersicht der verschiedenen Maßtabellen können Wanderer ihre Kleidung exakt auf ihre Körpermaße einstellen und entsprechend anpassen. Wanderer sollten morgens testen, mit welchen Schichten die Wärmeleistung ausreicht und auf den Wetterbericht zu achten, um eventuelle Wetterumschwünge vorher zu erfahren. Während der Tour können Wanderer und Trekkingfans ihre Kleidung den Temperaturen anpassen und zum Beispiel bei Pausen eine weitere Schicht überziehen, um nicht auszukühlen. Viele Kleidungsstücke besitzen zusätzliche Reißverschlüsse an den Seiten oder unter den Armen, um eine Belüftung ohne das Ausziehen der Jacke möglich zu machen. Beim Anprobieren sollten Hobbysportler deshalb bereits mehrere Schichten austesten, um die Beweglichkeit und die Funktionalität gut überprüfen zu können.

Rucksäcke und zusätzliche Ausrüstung

Ein Wanderrucksack ist den Bedingungen der Tour angepasst. Trotzdem sollte bereits bei einer Tagestour ein Rucksack gewählt sein, der mindestens Proviant, Regenschutz, Wärmekleidung und Erste-Hilfe-Materialien mit sich führt und meist liegt das Maximalgewicht bei 25 Liter Volumen. Deshalb ist es wichtig beim Kauf auf das Leergewicht des Rucksacks zu achten, denn viele Modelle starten bereits bei einem Kilogramm und können den Rücken so zusätzlich entlasten.

Ein guter Rucksack sollte sich dem Rücken gut anpassen, nicht drücken und mit mehreren Gurten ausgestattet sein. Schultern und Nacken sind bei längeren Touren immer beansprucht, deshalb ist ein Brustgurt hilfreich, um die Lasten während der Tour abwechselnd zu verteilen. Das Material sollte wasserabweisend sein, strapazierfähig und der Rucksack mit ausreichenden Taschen zur optimalen Befüllung ausgestattet sein. Weitere Ausrüstungsgegenstände, die notwendig sind:

  • Karten
  • Kompass, Höhenmesser
  • Schutz gegen UV-Strahlung
  • Erste-Hilfe-Ausrüstung
  • Handy mit GPS-Empfänger oder GPS-Gerät
  • Trinkflasche
  • Tourenstöcke bei Bedarf
  • Taschenlampe


Wer sich mit der Region, in der er wandert nicht zu 100 Prozent auskennt, sollte auf Karten und GPS-Geräte nicht verzichten. GPS-Wandern ist dabei besonders für die Outdoor-Freunde hilfreich, die abseits der Wald- und Bergpfade die Natur entdecken wollen. Weitere Informationen unter dieser Seite.

Tourenstöcke können beim Aufstieg die Krafteinwirkung verteilen und entlasten so die Beinmuskulatur. Allerdings sollten Wanderer auf leichte Stöcke zurückgreifen, denn das zusätzliche Gewicht kann die Arm- und Schultermuskulatur zusätzlich belasten. Wichtig dabei ist auch die Möglichkeit, die Stöcke in der Höhe verstellen zu können, um den Abstand nach Umgebung und Auf- oder Abstieg anpassen zu können.

Vor Beginn der Tour sollten Wanderfreunde die Ausstattung ihres Erste-Hilfe-Sets überprüfen, denn es sollte immer ausreichend Verbandszeug und Wundreinigungsmittel vorhanden sein. Unter die Ausrüstung fallen dabei Mullbinden, Kompressen, Rettungsdecken, sterile Wundauflagen, Tape und eine Zeckenpinzette. Optional sind Blasenpflaster, Allergiemedikamente oder Schmerzmittel, wenn es sich nur um eine Tagestour handelt. Mit der richtigen Ausrüstung kann es entspannt und gut vorbereitet in die nächste Wandertour gehen.