Bergsteigen Survivaltipps – Ratgeber zu Equipment und Verhalten

In den Bergen fühlen sich viele Menschen aufgrund der Nähe zur Natur besonders wohl. Raue Felsen, unberührte Wiesen und frische Luft locken eine zunehmende Anzahl Touristen in bergige Regionen. Bergsteigen und Wandern gewannen als Freizeitaktivität in den vergangenen Jahren markant an Popularität. Leider werden die Risiken, die mit einem Aufenthalt in den Höhenlagen einhergehen, von vielen unterschätzt. Dieser Ratgeber klärt, welche Utensilien während einer Tour keinesfalls fehlen dürfen und welches Verhalten in Notfallsituationen entscheidend sein kann.

Survival Ausrüstung

Egal ob ein Tagestrip geplant oder eine mehrtätige Tour angestrebt wird, generell kann man nie wissen, was einen in den Bergen erwartet. Ein plötzlicher Wetterumschwung, Verletzungen durch Stürze oder Übelkeit sind gleichermaßen denkbar wie Schwindelanfälle und Hitzeschlag. Um sich gegen die üblichen Gefahren abzusichern, kann bereits die richtige Ausrüstung helfen. Die nachfolgende Liste enthält wesentliche Dinge, die beim Bergsteigen nicht fehlen dürfen:

  • Mobiltelefon: Zwar ist nicht garantiert, dass hoch oben durchgehend Empfang besteht, dennoch sollte ein Mobiltelefon griffbereit sein, um im Notfall Hilfe rufen zu können.
  • Orientierung: Selbst erfahrenen Bergsteigern kann es passieren, dass sie die Orientierung verlieren. Eine entsprechende Applikation auf dem Handy, eine klassische Karte, ein GPS-Gerät oder ein Kompass sorgen für Sicherheit und helfen dabei zurückzufinden.
  • Erste-Hilfe-Set: Ein Erste-Hilfe-Set sollte in den Bergen immer zur Grundausstattung gehören. Von Verbandsmaterial und Desinfektionsspray bis hin zur Rettungsdecke und Schmerzmitteln reicht das Spektrum der Must-haves für Notsituationen.
  • Taschenlampe: Wer sich verirrt, wegen Verletzungen oder aus anderen Gründen die Nacht im Freien verbringen muss, ist für eine Taschenlampe dankbar. Vor der Abreise stets die Batterien prüfen!
  • Feuerzeug: Wer draußen ausharren muss, freut sich über Wärme bei Nacht und Kälte. Ein Feuerzeug sollte zur Grundausrüstung gehören, um sich in Not ein Feuer machen zu können.
  • Taschenmesser: Mit einem Taschenmesser lassen sich Verbandsmaterial schneiden, aber auch natürliche Materialien bearbeiten, um einen Unterschlupf zu bauen.
  • Kleidung: Schnelle Wetterwechsel gehören in Bergen zum Alltag. Neben massiven Temperaturunterschieden können eine erhöhte Sonneneinstrahlung, Wind und Regen dem Körper einiges abverlangen. Wetterfeste Bekleidung sollte selbstverständlich sein. Während wind- und wasserdichte Bekleidung vor äußeren Einflüssen schützt, sind gute Trekkingschuhe mit rutschfesten Sohlen für sicheren Halt unverzichtbar. In warmen Monaten ist ein atmungsaktiver Kopfschutz empfehlenswert, um die Kopfhaut vor Sonnenbrand zu schützen und einen gefährlichen Hitzeschlag zu meiden. Sollte es stattdessen kalt sein, muss die Ausrüstung über isolierende Eigenschaften verfügen. Dabei ist zu bedenken, dass es auch im Sommer hoch oben sehr kalt werden kann. Dies gilt insbesondere für die Nordseite von Gebirgen.
  • Wasser: Eine Dehydrierung unterwegs kann markante Folgen für den Organismus haben. Deshalb ist es elementar Wasservorräte mitzuführen. Sollte man unterwegs länger im Freien ausharren müssen als geplant, können Regenwasser, Seen, Flüsse, Schnee, Eis oder Tau eine Flüssigkeitsquelle sein.
  • Nahrung: Ein Mangel an Energie ist in den Bergen gefährlich. Wer müde und kraftlos wird, leidet schnell an Konzentrationsschwierigkeiten und wird unaufmerksam. Das Risiko für Stürze steigt. Ein Vorrat an Energieriegeln ist hilfreich, um dem Körper zwischendurch kleine Energiekicks zu verleihen.

Wenn es ernst wird – Verhaltensregeln

Trotz aller Vorsichtsmaßnamen sind Verletzungen in den Bergen möglich. Erste Hilfe kann Leben retten. Je schneller reagiert wird, desto besser für Betroffene. Zunächst müssen Wunden versorgt werden, um mögliche Blutungen zu stoppen und Infektionen vorzubeugen. Je nach Unfall und körperlichen Beschwerden müssen Verletzte richtig gelagert werden. Wie das geht, erklären Experten bei einem Erste-Hilfe-Kurs.

Liegt dieser Jahre zurück, wäre das Auffrischen generell empfehlenswert. Die Kenntnisse helfen nicht nur beim Bergsteigen, sondern in jeder anderen Situation. Ist ein Handy parat und der Empfang gut, gibt es bei einem Notfall nichts zu überlegen. Nachdem Erste Hilfe geleistet wurde, muss unverzüglich Hilfe gerufen werden. Auf dem Wandermagazin wurden im Rahmen eines Artikels über Survivaltipps nicht nur die entsprechenden Rufnummern der Bergrettung aufgeführt, sondern auch die sogenannten W-Fragen aufgeführt: „Wer ruft an? Was genau hat sich ereignet? Wo ist es passiert? Wie viele Verletzte gibt es?“ Diese Informationen sind für Rettungskräfte entscheidend für die Bergung.

Überleben in der Natur

Doch was, wenn zunächst keine Hilfe organisiert werden kann beziehungsweise die Rettung länger dauert als erhofft? Dann ist es zum Schutz vor äußeren Einflüssen vorteilhaft gewisse Überlebenstricks zu kennen. Um eine Unterkühlung bei Nacht und Kälte zu verhindern, besteht das Ziel darin die bestehende Körperwärme zu isolieren. In den Bergen gibt es dafür mehrere Möglichkeiten. Höhlen oder kleine Einbuchtungen im Gelände stellen einen natürlichen Wetterschutz dar. Laub, Zweige und Äste sind ideale Materialien zum Bau eines isolierenden Unterschlupfs. Sind mehrere Personen gleichzeitig unterwegs, können sie sich gegenseitig wärmen. Ist es dennoch zu kalt, kann ein Feuer die letzte Rettung vor Erfrierungen und Unterkühlung sein. „Survival Deutschland“ zeigt im Video wie es geht

Hinsichtlich der Ernährung müssen sich Bergsteiger an eine einfache Grundregel halten: Nur essen, was bekannt ist! Denn leider gibt es unter Pilzen, Kräutern und Co. einige giftige Vertreter. Das Angebot zum Überleben ist trotzdem reichlich. Nachfolgend fünf essbare Pflanzen:

  1. Löwenzahn
  2. Ringelblume
  3. Sauerampfer
  4. Gänseblümchen
  5. Echte Kamille

Sollte die Orientierung fehlen, helfen die Tipps auf dem Fitnessmagazin unter fitforfun.de weiter, welches erklärt, wie die Himmelsrichtungen ohne Kompass oder GPS bestimmt werden.

Fazit

Um im Ernstfall gut vorbereitet zu sein, muss im Voraus eine entsprechende Ausrüstung zusammengestellt werden. Erste-Hilfe-Sets, wetterfeste Kleidung und Co. sind das A und O. Mit der richtigen Vorbereitung lassen sich einige Risiken von vorneherein vermeiden. Beispielsweise ist schon viel gewonnen, wenn die Tour an die persönliche Leistungsfähigkeit und körperliche Fitness abgepasst wird. Dabei muss sich die Gruppe an der schwächsten Person orientieren. Kommt es trotzdem zum Notfall kann mit gesundem Menschenverstand und gewissem Grundwissen im Freien überlebt werden, bis Hilfe kommt.

Praktische Tipps zur Tourenplanung inklusive Gastronomie- sowie Tourismus-Empfehlungen sind dem Wanderatlas Deutschland zu entnehmen.