Bergisches Städtedreieck

Das Bergische Städtedreieck liegt im Zentrum des Bergischen Lands und es ist zugleich das historische Herz dieser Region zwischen Ruhr und Sieg. Gebildet wird das Bergische Städtedreieck von den drei Städten Wuppertal, Solingen und Remscheid. Alle drei Städte sind relativ jung und wurden erst 1929 in einer großen Kommunalreform aus einer Reihe zuvor eigenständiger Städte und Gemeinden gebildet.

Vor der Gründung von Wuppertal, Solingen und Remscheid als neue Großstädte kannte man das Gebiet unter der Bezeichnung Wupperviereck. Die Wupper als zentrale Lebensader des Bergischen Städtedreiecks fließt hier nämlich in einem markanten Lauf quasi wie ein unten offenes Rechteck.

Die Wupper und ihre vielen kleinen Zuläufe bildeten die Ressourcen für den Aufstieg des Bergischen Städtedreiecks zu einer der ersten Industrie-Cluster Deutschlands. Wasser lieferte Energie für die Schleifereien der Klingenstadt Solingen, für die Eisenhämmer der Werkzeugindustrie in Remscheid und für die Textilproduktion in Wuppertal. Lange bevor das Ruhrgebiet die Rolle des Wirtschaftsmotors in Nordrhein-Westfalen übernahm, war das Bergische Städtedreieck schon industrialisiert und weltweit angesehen als Lieferant hochwertiger Industrieprodukte.

Die drei wichtigsten Sehenswürdigkeiten im Bergischen Städtedreieck sind überregional bekannt: die Schwebebahn in Wuppertal, die Müngstener Brücke in Remscheid und Schloss Burg in Solingen, die ehemalige Residenz der Grafen von Berg, bevor diese nach Düsseldorf übersiedelten.

Als Wandergebiet lässt sich das Bergische Städtedreieck in vier große Gebiete unterteilen. Im Südwesten liegt der Solinger Höhenrücken. Bekannte Ausflugsziele sind neben Schloss Burg mit dem Bergischen Museum vor allem die historische Altstadt von Gräfrath mit dem Deutschen Klingenmuseum, das LVR-Industriemuseum Solingen, die Ohligser Heide und der Balkhauser Kotten als einer der letzten wasserbetriebenen Schleifereien an der Wupper.

Nach Osten schließt sich das Remscheider Bergland an. Im neu geschaffenen Brückenpark an der Müngstener Brücke kann man die Wupper in einer Schwebefähre kreuzen. Die barocke Altstadt von Lennep und das Deutsche Röntgen-Museum, die Wuppertalsperre, das mächtige Rathaus Remscheid mit dem Bergischen Löwen, das schmucke Haus Cleff und das Hammertal sind beliebte Ziele für Wanderer und Tagesgäste.

Im Nordosten des Bergischen Städtedreiecks liegt die Barmer Senke, der östliche Teil von Wuppertal. Herbringhauser Talsperre, Beyenburger Stausee und Ronsdorfer Talsperre finden sich hier. Innerstädtisch bieten sich viele weitere Ziele wie die Barmer Rathaus, das Historische Zentrum Wuppertal mit dem Engels-Museum, die Barmer Anlagen, der Skulpturenpark Waldfrieden, der Toelleturm, der Marscheider Wald und das Gelpetal.

Den westlichen Teil von Wuppertal mit dem heutigen Zentrum ordnen wir dem Wandergebiet Elberfelder Senke zu. Das Luisenviertel – die Altstadt von Wuppertal – liegt hier ebenso wie das mit Gründerzeitvillen bestückte Briller Viertel. Zoo und Botanischer Garten lohnen einen Besuch. Das Gleiche gilt für den Staatsforst Burgholz mit seinem international renommierten Arboretum, Schloss Lüntenbeck und den Manuelskotten im Kaltenbachtal.

Das Bergische Städtedreieck ist zwar auf den ersten Blick industriell geprägt. Auf dem zweiten Blick aber zeigt sich eine wunderbare Wanderregion, denn viele enge Bachtäler und waldreiche Höhenrücken mit teilweise steilen Anstiegen liegen direkt hinter den bebauten Flächen. Entdecken kann man die Schönheiten des Bergischen Städtedreiecks etwa auf dem Röntgenweg, dem Klingenpfad und dem Wuppertaler Rundweg. Wupperweg, Bergischer Weg und Neanderlandsteig machen dem Bergischen Städtedreieck ebenfalls ihre Aufwartung.

Die Autobahn A 3 im Westen, die A 1 im Osten und die A 46 mitten durch: das Bergische Städtedreieck ist verkehrstechnisch mit dem Auto perfekt zu erreichen – wenn man nicht gerade im Stau steht. Auch mit dem Zug ist man ruckzuck von weiter her in Solingen und Wuppertal. Remscheid ist über die S-Bahn an die beiden anderen Städte angeschlossen.

IVW