Über die Himmelsleiter hinauf auf den Lusen (Nationalpark Bayerischer Wald)


Erstellt von: Tom - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 12 km
Gehzeit o. Pause: 3 Std. 21 Min.
Höhenmeter ca. ↑528m  ↓528m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Der Lusen, auf Tschechisch Luzný genannt, misst 1.373m, liegt nahe der deutsch-tschechischen Grenze und im Nationalpark Bayerischer Wald.

Der Nationalpark Bayerischer Wald betreibt die Infozentren Nationalparkzentrum Falkenstein und Nationalparkzentrum Lusen bei Neuschönau, das mit seinem Tierfreigelände südlich dieser Runde liegt. Heute wollen wir über die Himmelsleiter zum Lusen hinaufschweben.

Wir starten auf einer Höhe von rund 850m am Parkplatz Fredenbrücke, dort wo die Straße nach Waldhäuser eine Kurve macht. Hier fließt auch die Kleine Ohe, mit der wir zur Martinsklause wandern.

Die Kleine Ohe entsteht aus kleinen Quellbächen am Westhang des Lusen und wird in der Martinsklause aufgestaut. Die Klause war eine einstige Holztrift. Ein Zufluss ist die Hochauseige. Ihr folgen wir nun auf einen felsigen Grat und weiter zu einem Aussichtspunkt im Wald. Hier kommt auch der Böhmweg vorbei.

Wir schlagen die Route zur Glasarche ein. Glas und Holz waren wichtige Rohstoffe seinerzeit in der Region. Ebenfalls wichtig waren natürlich die Menschen hüben wie drüben. So haben sich für das 5m lange Kunstwerk aus Glas in fester Eichenhand Künstler beider Länder getroffen, um es zu schaffen.

Wie mit dem Lineal gezogen zieht uns jetzt der Sommerweg zur Himmelsleiter und hinauf zum Lusen. Die steinerne Himmelsleiter ist ein Muss für Wanderer auf den Lusen, um den sich selbstredend Sagen ranken. Das felsige Blockmeer geht demnach auf den Teufel zurück, der darunter sämtliche Schätze begraben hat, oder aber hatte er die Steine gesammelt, um sich den Weg in die Hölle gemütlicher zu pflastern – man weiß es nicht.

Alles andere kann man gewahr werden, nämlich dass der Lusengipfel vor rund 10.000 Jahren aus dem Eis herauslugte und der Verwitterung ausgesetzt war, dass man von hier oben eine herrliche Panoramasicht hat und dass einige Sichtachsen hungrigen Borkenkäfern der 1990er Jahre gedankt werden kann.

Talwärts kommen wir am Lusenschutzhaus vorbei, zum Sägwasser und auf den Mittagsplatzweg, dem wir folgen, den Bachlauf Steiniger Säge queren, zum Wanderparkplatz Waldhausreibe kommen, nochmal ein wenig bergan gehen, zum Waldhäuserriegel (1.151m), dessen Hänge mit Nadelhölzern bewachsen sind und dessen Gipfelbereich ohne Wald auskommt.

Nächster Halt ist das Bergdorf Waldhäuser mit der ortsbildprägenden Kirche St. Maria im Wald (1928) am Guldensteig. Wer sich in Waldhäuser umguckt stößt vielleicht auf den Bildhauer Heinz Theuerjahr (1913-1991), der hier lebte, durch seine Tier-Plastiken bekannt wurde, und dem ein Skulpturengarten gewidmet ist. In der Region trifft man auf einige seiner Werke. Bis zur Fredenbrücke ist es nach Verlassen von Waldhäuser nur noch ein Kilometer.

Bildnachweis: Von Feuermond16 [CC BY-SA 3.0] via Wikimedia Commons

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