Wormbach

Gasthof Diemeltal
Gasthof Diemeltal

Der Ort Wormbach liegt auf sehr altem, heiligem Boden in einem Tal zwischen Dillenberg (455m) und Egge (485m). Schon die Germanen sollen an dieser Stelle in einem Eichenhain ihre Götter geehrt haben. Und auch das Christentum entdeckte den Platz für sich. Wormbach gilt als die Urpfarrei des Sauerlands, von hier aus wurde das Umland nach und nach missioniert, bis die Pfarrei dann ab 1072 dem neu gegründeten Kloster Grafschaft unterstellt wurde.

Ob es wahr ist, dass der heilige Bonifatius, der Apostel der Deutschen, selbst eine erste Kapelle in Wormbach erbaut hat, kann nicht zweifelsfrei festgestellt werden. Tatsächlich fand man bei archäologischen Grabungen Hinweise auf eine steinerne Kirche aus dem 8. Jahrhundert, die einen hölzernen Vorgänger ablöste - also genau in der Missionszeit des Bonifatius. Eine erste urkundliche Erwähnung des Ortes Wormbach ist allerdings erst für das Jahr 1072 belegt.

Eine der bedeutendsten und ältesten Pfarrkirchen im Sauerland ist denn auch die katholische Pfarrkirche St. Peter und Paul in Wormbach. Sie ist der dritte christliche Kirchenbau aus Stein an dieser Stelle und entstand in der Mitte des 13. Jahrhunderts. Der Turm war ursprünglich älter, er stammte vom Vorgängerbau ca. aus dem Jahr 1000. Blitzeinschläge beschädigten ihn aber im Lauf der Jahrhunderte mehrfach stark, 1730 brannte er gar vollständig ab. Erst mit der Restaurierung erhielt er dann 1731 seine barocke Haube.

Nicht nur die Historie, auch das Innere der Kirche ist sehenswert. Zum Beispiel die Ausmalung in der Apsis aus dem Erbauungszeitraum der Kirche. Sie zeigt die Symbole der zwölf Tierkreiszeichen. In der Kirchenmalerei Europas ist das eher ungewöhnlich. Auch die Orgel soll erwähnt werden, immerhin ist sie die älteste westfälische Pfeifenorgel und entstand im 15. Jahrhundert.

Von der Pfarrkirche aus in westlicher Richtung, vorbei an der Quelle des Wurmbachs und hinauf auf den Osthang des Egge, auch Kreuzberg genannt, führt ein Kreuzweg mit mehreren Bildstöcken. An seinem Ende findet man die Heilig-Kreuz-Kapelle, in ihr eine Kreuzigungsgruppe auf dem Altar in neubarockem Stil.

Aber auch wer sich weniger für den religiösen Aspekt interessiert, sollte den Weg hier hinauf einmal antreten. Die Aussicht von oben ist nämlich auch nicht zu verachten. Die christlichen und vorchristlichen Kultstätten in und um Wormbach besucht auch ein eigens eingerichteter Wanderweg. Der Hawerländer Mythenweg existiert seit 2007.

Hawerland heißt die historische Landschaft des früheren Kirchspiels Wormbach, zu dem neben Wormbach die Orte Ebbinghof, Felbecke, Harbecke, Obringhausen, Selkentrop und Werpe gehören. Eine weitere Landschaftsbezeichnung in dieser Region nennt sich Sauerländer Bauernland. Dies ist das Hawerland ergänzt um die Orte Arpe, Berghausen, Bracht, Menkhausen und Niederberndorf. Der Name Bauerland bezieht sich dörfliche Idylle mit bäuerlicher Tradition in diesen typischen Sauerland-Orten, wo die Zeit wie stehengeblieben erscheint.

Und noch ein weiterer Weg ist zu erwähnen, der Soester Totenweg. Er ist einer von mehreren Wegen, die sternförmig auf Wormbach zu führten, bevor das Christentum Einzug gehalten hatte. Heute kann man ihn wieder begehen, zwischen Wormbach und dem benachbarten Ebbinghof. Das liegt nordöstlich von Wormbach am Fuß von Haitenberg (471m) und Remberg (508m). Damit der Weg mit dem gruseligen Namen auch entsprechend wirkt, haben Kinder und Helfer einen 250m langen Zauberwald entlang des Weges angelegt. Bizarre Fantasiefiguren aus Naturmaterialien stehen am Wegesrand. Bei Nebel braucht es sicherlich nicht sehr viel Fantasie, um sie lebendig werden zu lassen.

Das Hawerland-Dorf Obringhausen liegt auf halbem Weg von Wormbach nach Gleidorf. Hier entspringt an der Westflanke des Robecker Bergs (528m) die Wenne. Sie durchfließt auf knapp 32km die Ortschaften Niederberndorf, Menkhausen, Grimminghausen, Lochtrop, Frielinghausen, Bremke, Wenholthausen und Berge, bevor sie bei Wennemen linksseitig in die Ruhr mündet.

Südlich von Wormbach liegt auf halbem Weg nach Werpe der Flugplatz Rennefeld, der 1953 in Betrieb genommen wurde. Heute werden hier Rundflüge über das Hochsauerland und insbesondere den Lennekessel bei Schmallenberg und das Fredeburger Land angeboten.

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