Wingeshausen

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Westlich von Bad Berleburg im Tal der Eder liegen die beiden Orte Aue und Wingeshausen, eingebettet in die bewaldeten Hügel des Rothaargebirges. Von Norden her verlaufen die Täler von Westerbach und Bortlingbach durch Wingeshausen. Aue und Wingeshausen pflegen seit jeher eine sehr enge Verbindung. Zahlreiche Vereine tragen den Namen Aue-Wingeshausen. Die beiden Orte bieten ein großes Angebot für Touristen und Ausflügler, darunter Planwagenfahrten und gesellige Backtage am Backhaus.

Ungefähr einen Kilometer südlich von Aue liegen auf der steil abfallenden Kuppe des Burgbergs (600m) die denkmalgeschützten Spuren einer Ringwallanlage aus der vorrömischen Eisenzeit. Die länglich ovale Anlage dürfte etwa 2.500 Jahre alt sein und erstreckt sich über ein Gebiet von 217x128 Metern. Auch auf dem Südosthang des Berges wurden Reste sehr alter Siedlungsplätze gefunden, die auf das erste vorchristliche Jahrhundert datiert werden.

Wer hier einst herrschte, ist nicht überliefert. Aber seinerzeit durchstreiften möglicherweise schon Wisente die Wälder rund um Aue und Wingeshausen. Wisente sind die europäische Ausgabe des aus Indianerfilmen bekannten Bisons. Die scheuen Tiere werden bis zu 1.000kg schwer und sind seit der Ausrottung des Auerochsen die größten Landsäugetiere, die in Europa heimisch sind. Warum wir das erwähnen? Weil es wieder Wisente in Wittgenstein gibt.

Auf eine Idee von Richard Prinz zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg hin wurde das Naturprojekt Wisent-Wildnis Wittgenstein ins Leben gerufen. Seit 2010 leben die ersten Tiere in den Wäldern zwischen Bad Berleburg und Schmallenberg im Hochsauerland. Insgesamt 4.326ha Fläche umfasst das Auswilderungsprojekt, dessen südliche Grenze Wingeshausen markiert.

Die Wisente sollen sich in dem großen Areal frei bewegen können, zumindest weitgehend frei, denn es geht ja nicht um einen Tierpark. Die Leittiere werden Empfänger mit sich herumtragen. Im Boden wird über rund 20km eine riesige Induktionsschleife verlegt. Nähern sich die Tiere der Schleife, sollen die Empfänger sie mit Warntönen und elektrischen Schlägen in ihr zugewiesenes Revier zurückscheuchen.

Vermutlich wird man die imposanten Tiere als Wanderer eher nicht zu Gesicht bekommen. Damit aber auch der neugierige Mensch zu seinem Recht kommt, soll zusätzlich in Wingeshausen ein 35ha großes Schaugehege eingerichtet werden, in dem zwölf weitere Tiere für die Besucher zu sehen sind.

Wer sich ob der Wisente nicht ganz sicher fühlt, kann im 2009 errichteten Klettergebiet Kapplerstein trainieren, möglichst schnell „Luft“ zu gewinnen. Das Klettergebiet Kapplerstein bietet 35 Routen der Schwierigkeitsstufen 3 bis 8+, die in der 20m hohen Wand ausgewiesen sind. Das Porphyrgestein ist besonders fest und rau und bietet damit ideale Bedingungen für Kletterer. Nach dem Steinschab bei Hallenberg ist der Kapplerstein das zweite Klettergebiet im Rothaargebirge, in dem wieder naturverträglich geklettert werden kann.

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