Westerwaldsteig Etappe 9 Hachenburg - Limbach
Auf seiner neunten Etappe erreicht der Westerwaldsteig die Kroppacher Schweiz, wie das Tal der Großen Nister von Wanderern seit langem genannt wird. Startpunkt der Etappe ist Hachenburg, die Perle des Westerwalds.
Von Hachenburg aus führt der Westerwaldsteig durch den Burggarten mit dem Landschaftsmuseum Westerwald zunächst in Richtung Nister. Die 1234 erstmals erwähnte Nistermühle gilt als der älteste dokumentierte Gewerbebetrieb des Oberen Westerwalds. Hier fand Konrad Adenauer im September 1944 für drei Wochen Unterschlupf, als die Gestapo als Folge des Aufstands vom 20. Juli 1944 den früheren Kölner Oberbürgermeister inhaftieren wollte.
Weiter geht es auf dem Westerwaldsteig dem Tal der Nister folgend zur Zisterzienser-Abtei Kloster Marienstatt. Die 1222 erbaute Anlage ist seit 1476 auch für Laien geöffnet, was viele Wallfahrer in die Kroppacher Schweiz zog. Der Marienwanderweg zwischen den Klöstern Marienstatt und Marienthal hat seinen Ursprung in dieser Zeit. Heute bietet das Kloster neben den gepflegten Parkanlagen und kunsthistorischen Besonderheiten eine Brauhaus-Gastronomie mit Biergarten, die speziell an Wochenende viele Besucher anzieht.
Das Abtei-Gelände wird von einer weitläufigen Bruchsteinmauer eingefasst, die teilweise noch aus dem Mittelalter stammt. Die Steinbogenbrücke über die Nister ist ebenfalls bereits im Mittelalter gebaut worden und wurde 1721 erneuert. Oberhalb der Brücke finden sich in einem Felsen Fundamente der unvollendeten Burg Vroneck. Von diesem Felsenstübchen genannten Punkt hat man einen lohnenswerten Ausblick auf das Tal der Großen Nister.
Östlich des Abteigeländes liegt der kleine Ort Streithausen. Im Dorfzentrum ist das Scholtzen-Haus, ein liebevoll restauriertes Fachwerk-Ensemble sehenswert. Verlässt man den Ort in nördliche Richtung findet man die Reste einer Turmhügel-Burg (Motte), die im Volksmund Küppelweiher oder Hofküppel genannt wird. Vom ehemaligen Sitz der Herren von Nister ist heute nur noch ein rund 12m breiter Hügel oder Küppel übrig, der von einem kleinen Graben umgeben ist.
Vom Kloster Marienstatt aus wendet sich der Westerwaldsteig nordöstlich und folgt jetzt dem Lauf der Kleinen Nister. Der Wanderer passiert die Limbacher Mühle, die 1802 als Drahtzieherei gegründet wurde. Zielpunkt der neunten Westerwaldsteig-Etappe ist nach gut 11km der Erholungsort Limbach. Der Ortskern wird durch sieben Brücken, die über verschiedene Bäche führen, und einige alte Fachwerkhäuser geprägt. Besonders die um 1770 erbaute Scheune fällt ins Auge. Die Gemeinde erwarb dieses in Limbach Miens Schauer genannte Bauwerk und richtete hier zusammen mit den Dorfbewohnern 1987 das Dorfmuseum Limbach ein.
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