Wandern rund um Wetzlar
An der Mündung von der Dill in die Lahn gelegen bietet Wetzlar einen interessanten Startpunkt für Wanderungen in die beiden Flusstäler. Der rechte Dillhöhenweg führt von Haiger aus durch den Hessischen Westerwald nach Wetzlar. Der linke Dillhöhenweg startet an der Dill-Quelle und markiert den Westrand des Lahn-Dill-Berglands.
Der Lahnhöhenweg erreicht Wetzlar von der Lahn-Quelle aus kommend. Ab Wetzlar teilt sich der Lahnhöhenweg in eine rechtsseitige Westerwald- und eine linksseitige Taunus-Variante. Der rechtsseitige Lahnhöhenweg führt über das Leuner Becken entlang des Mittellahntals in die Esterau und an Nassau und Bad Ems vorbei nach Niederlahnstein. Der linksseitige Lahnhöhenweg führt durchs Solmser Land nach Braunfels und weiter nach Weilburg, bevor er Limburg erreicht. Über Balduinstein und Bad Ems erreicht er die Lahnsteiner Pforte, wo die beiden Lahnhöhenwege auf den Rheinsteig treffen.
Fast identisch mit dem taunusseitigen Lahnhöhenweg verläuft der Lahn-Camino. Er beginnt an der Elisabethkirche Marburg, führt über den Wetzlarer Dom und endet an der Hospitalkapelle in Oberlahnstein. Die Hospitalkapelle wurde um 1330 als Wallfahrtskapelle für den Weg nach Santiago de Compostela erbaut.
Ein Endpunkt des Hauptwanderwegs III des Westerwaldvereins ist Wetzlar. Von Wetzlar führt die Ost-West-Querung durch das Ulmtal nach Mengerskirchen und zur Dornburg. Durch den südlichen Rand des Hohen Westerwalds geht es hinein ins Kannenbäckerland und weiter in den Naturpark Rhein-Westerwald, bis in Neuwied der Rhein erreicht wird.
Eine kleinere Wanderung, die speziell die Altstadt von Wetzlar im Fokus hat, ist die 4-Türme-Wanderung. Sie beginnt an der steinernen Lahnbrücke und mit einer roten 1 auf weißem Grund gekennzeichnet. Der Rundweg führt zunächst zum Bismarckturm an der Garbenheimer Warte, erreicht dann die Bleistift genannte Brühlsbacher Warte und später den Aussichtsturm auf dem Stoppelberg. Hier an der Südspitze der 4-Türme-Wanderung richtet sich der Weg nach Norden und kommt über die Burgruine Kalsmunt zurück in die Wetzlarer Altstadt.
Hat man nicht die Ausdauer oder Zeit die 4-Türme-Tour zu gehen, gibt es noch weitere kleine Wanderungen direkt in Wetzlar. Zwei dieser kleinen Highlights sind zum einen der Historische Rundgang durch Wetzlar, der 43 geschichtliche Bauwerke der Altstadt im Fokus hat. Zum anderen lädt der Optikparcours Technikinteressierte zu einem Rundgang. Er wird ständig erweitert und als Gemeinschaftsprojekt von Bürgern, (Hoch-)Schulen, Unternehmen und der IHK betrieben. Er beginnt in der Bahnhofstraße und führt mit über zwanzig Stationen hin zum Viseum.
An den Ausläufern des Naturparks Hochtaunus und dem Rand des Naturparks Lahn-Dill-Bergland liegt der Wetzlarer Stadtwald mit dem Naturhochseilpark „Abenteuerparcours Wetzlar“. Kletterfreunde jeden Alters haben hier die Möglichkeit auf 20.000qm verschiedene Strecken in drei Schwierigkeitsgraden zu erklettern. Die Plattformen und Seilkonstruktionen sind bis zu einer Höhe von 12m in den Naturbaumbestand integriert und fordern den Mut der Besucher. Sonderaktionen wie Vollmondklettern oder eine Übernachtung in luftiger Höhe machen das Abenteuer perfekt.
Ist das Wetter einmal schlecht, bietet sich das 2009 fertiggestellte CUBE Kletterzentrum des Deuschen Alpenvereins an. Sie ist die größte Kletterhalle zwischen Frankfurt und Kassel. Die Sektion Wetzlar des Deutschen Alpenvereins e. V. hat die mehr als 13m hohe Kletterhalle in Holz-Ständerbauweise erbaut. Das CUBE verfügt über knapp 1.000qm Kletterfläche und bietet 180 Routen der Schwierigkeitsgrade 3 bis 10.
Natürlich bietet sich neben den Wanderfreuden zu Fuß auch das Kanuwandern auf der Lahn an, gilt die Lahn doch als attraktivstes Kanurevier in Deutschland. In Wetzlar und Umgebung finden sich dabei die Ausstiegspunkte 9-13, so dass man sich auch nur für einen halben Tag oder Tag im Paddeln versuchen kann. Hat man mehr Lust zum Kanuwandern bekommen, bietet die Lahn mit 160 befahrbaren Flusskilometern genügend Gelegenheit dazu.
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