Wandern im Siebengebirge
Das Siebengebirge zwischen Oberdollendorf und Bad Honnef ist ein Wandergebiet, das nicht nur auf dem Rheinsteig oder dem älteren Rheinhöhenweg durchmessen werden kann. Zahlreiche örtliche Rundwanderungen – allein 285km ausgeschilderte Wege rund um den Drachenfels – sind im Lauf der Jahre angelegt worden. Zum Appetitmachen reißen wir einige Touren an.
Im Hinterland von Bad Honnef liegt das Einsiedlertal, das man auf einer knapp 8km langen Runde vom gleichnamigen Wanderparkplatz an der Straße von Honnef nach Aegidienberg erkunden kann. Die Wanderung durchs Einsiedlertal führt zunächst hinauf zur Löwenburg (455m) und dann über den Lohrberg (432m) und den Stellweg retour.
Ebenfalls an der Straße nach Aegidienberg liegt der Wanderparkplatz beim Forsthaus Servatiushof. Ein 7km langer Rundweg führt durchs Logebachtal hinauf auf den Himmerich (366m). Der Weg zeichnet sich durch eine abwechslungsreiche Wegeführung aus, der Wiesen und Bachläufen mit lichten, hohen Laubwald und Nadelwaldabschnitten kombiniert. Unweit des Startpunkts liegt die Servatiuskapelle, die 1751-55 an Stelle eines älteren Vorgängerbaus errichtet wurde.
Von der Margarethenhöhe bei Königswinter startet der 6-Berge-Weg, eine 13km lange Schlaufe, die 901 Höhenmeter absolviert und dementsprechend etwas für anspruchsvollere Wanderer ist. Die Strecke führt über die Löwenburg (455m) und den Breiberg (313m) hinab nach Rhöndorf. Von dort geht an den Drachenfels (321m) und über die Wolkenburg (324m) zu den Ofenkaulen und retour zur Margarethenhöhe. Eine alternative Routenführung nennt sich Perlen des Siebengebirges. Startpunkt ist ebenfalls die Margarethenhöhe.
Am Bahnhof in Königswinter startet die Rundwanderung ins Nachtigallental, die den Drachenfels und den Petersberg (331m) mit einschließt. Die vom Mennesbach (und nicht etwa einer Nachtigall) geschaffene Schlucht mit alten, in den Fels geschlagenen Weinkellern, ist eine Alternativroute zum Eselsweg, um den Drachenfels zu besteigen. Am Ende des Tals angekommen, geht die Baumallee weiter in Richtung Milchhäuschen, um auf dem Wanderweg der deutschen Einheit bis zur Schutzhütte am Geisberg (324m) zu wandern. Nach dem Aufstieg über die Mondscheinwiese erreicht man den Petersberg, den man über den Petersberger Bittweg wieder verlässt und zurück nach Königswinter kommt.
Ab dem Wanderparkplatz am Kloster Heisterbach kann man über einen 13km langen Rundweg einen geologischen Ausflug zum Weilberg (247m) machen. Der stillgelegte Basaltsteinbruch erlaubt einen einmaligen Einblick in die vulkanische Entstehung des Siebengebirges und ermöglicht es, die Fördermechanismen und die Erstarrungsgeschichte der Gesteinsschmelzen zu rekonstruieren. Neben dem Drachenfels ist der Weilberg das wohl eindrucksvollste geologische Fenster des gesamten Naturparks Siebengebirge.
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