Siegerland Höhenring Etappe 1 Ginsberger Heide - Haincher Höhe
Der Siegerland Höhenring startet am Wanderparkplatz am Naturschutzgebiet Ginsberger Heide. Es liegt am Giller (653m), einem Berg im Hilchenbacher Winkel, der durch das jährlich stattfindende Pfingstfestival KulturPur und das gut zwei Monate später abgehalte Gillerbergturnfest überregional bekannt ist. Alljährlich pilgern Zigtausende Besucher in den kleinen Ort Lützel und hinauf auf den Giller.
Die Ginsberger Heide ist ein Zwischenmoor, wie es in den Hochtälern des Rothaargebirges früher häufig anzutreffen war. Seit dem Mittelalter wurde das Gebiet als Viehweide genutzt - das verhinderte die Wiederbewaldung.
In der Nähe des Schulwaldheims informiert eine große Wandertafel des Sauerländischen Gebirgsvereins SGV über die Streckenführung des Siegerland Höhenrings. Bereits nach ca. zehn Minuten steht man dann auf dem Giller mit seinem 18m hohen Aussichtsturm. Eine hervorragende Sicht über das Siegerland macht Appetit auf die weitere Strecke. In nordöstlicher Richtung schweift der Blick zur nahe gelegenen Ginsburg, zur Breitenbachtalsperre und hinüber zum Kreuztaler Kindelsberg. Wendet man sich nach Osten erkennt man Erndtebrück in der Wittgensteiner Kammer und die leicht gewellte, bewaldete Ederhochfläche am Quellgebiet von Eder, Sieg und Lahn.
Der Siegerland Höhenring folgt der legendären Eisenstraße, einer alten Handelsstraße, die von Antwerpen nach Leipzig führte. Ihren Namen verdankt die Eisenstraße den im Siegerland, Dietzhölztal und Dilltal ansässigen Waldschmieden, die aus dem Erz Eisenwaren wie Waffen, Sicheln oder Helme herstellten. Ein seltenes und wichtiges Gut in der Zeit der Kelten.
An der Eisenstraße lagen viele keltische Siedlungen, wie man sie auch oberhalb von Afholderbach sehen kann. Auf der Kuppe der Alten Burg (633m) stand mit einer Fläche von 10ha die größte der im Siegerland gefundenen Ringwallanlagen. Heute stehen dort kräftige Buchen, doch der Verlauf der ursprünglichen Wälle ist rund um die Kuppe noch deutlich sichtbar.
Der Siegerland Höhenring erreicht wenig später das Waldland Hohenroth. In dem früheren Forsthaus wurde ein großes Waldinformationszentrum eingerichtet inkl. einem 50ha großen Wildgehege, in dem man Waldtiere nahezu ungestört beobachten kann. Von hier ist es zur Quelle der Eder im so genannten Ederbruch nur noch ein guter Kilometer, den der Höhenring allerdings nicht mitnimmt.
Der Siegerland Höhenring startet vielmehr direkt durch zur Quelle der Sieg und dann weiter zur Lahnquelle, dem längsten der drei Flüsse, die im oberen Johannland entspringen. Unterwegs wechseln sich schöne Fernsichten mit eindrucksvollen Nahsichten ab – denn ab und an wurden Waldstücke, die nach dem 2007er Orkan Kyrill einbrachen, liegen gelassen, um zu dokumentieren, wie der Wald sich ohne menschliche Hilfe nach und nach wieder erholt.
Das letzte Wegstück der ersten Siegerland Höhenring-Etappe führt uns direkt zum höchsten Punkt des gesamten Höhenrings, den Jagdberg (674m) an der Haincher Höhe. Von der Haincher Höhe aus sind es gut 1,5km hinab ins Tal in den Ort Hainchen. Hier steht die einzige Höhenwasserburg Westfalens, die einen Abstecher wert ist.
Siegerland Höhenring Einzeltappen
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