Rhöndorf


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Rhöndorf liegt am Übergang von Bad Honnef nach Königswinter am südlichen Fuß des Drachenfels (321m). Bekannt ist Rhöndorf vor allem als Wohnsitz des ersten deutschen Bundeskanzlers, Konrad Adenauer. Nach seiner Absetzung als Kölner Oberbürgermeister durch die Nazis wechselte er ab 1934 häufig den Wohnsitz und lebte kurz auch im nicht weit entfernten Unkel, bis er 1937 von einer Abfindung das Wohnhaus in Rhöndorf bauen ließ.

Das Adenauer-Haus liegt am Hang des Großen Breibergs (313m). Es wurde nach Plänen von Ernst Zinsser, dem Schwager von Konrad Adenauer, als zweistöckiges Wohnhaus errichtet. Im Erdgeschoss liegt das weiträumige Wohnzimmer mit Blick in das Rheintal. Im ersten Stockwerk, das für Besucher unzugänglich ist, befinden sich das Arbeitszimmer und das Schlafzimmer, in dem Adenauer am 19. April 1967 verstarb. Die Einrichtung der Räume ist seitdem unverändert und stammt überwiegend aus Adenauers Kölner Zeit.

Hier ins Rhöndorfer Arbeitszimmer lud Adenauer eine Woche nach der ersten Bundestagswahl 1949 einige Parteifreunde – darunter Ludwig Erhard und Franz-Josef Strauß. Es ging Adenauer darum, die vielfach gewünschte Große Koalition mit der SPD abzublocken. Adenauer stellte klar, dass eine freie Marktwirtschaft nur ohne die „Sozis“ umzusetzen sei. Mit nur drei Abgeordneten mehr wäre dennoch eine bürgerlich Koalition der bessere Weg. Adenauer überzeugt einen Kern von Mitstreitern innerhalb dieser später Rhöndorfer Konferenz genannten Männerrunde. Damit war die Grundweiche der Politik bis in die Mitte der 1960er Jahre gestellt und ganz nebenbei Konrad Adenauer als Kandidat für das Kanzleramt nominiert.

Dass an solch geschichtsträchtigen Platz nicht einfach Nachmieter einziehen können, ist klar. Deshalb übernahm die Bundesrepublik noch im Todesjahr 1967 das Haus, zu dessen Füßen 1975 ein Neubau eingeweiht wurde, in dem seitdem das Adenauer-Museum eine Dauerausstellung über den Bundeskanzler und seine Zeit präsentiert. Die 1978 gegründete Stiftung Bundeskanzler-Adenauer-Haus betreut heute die Liegenschaften und ein großes Archiv. Sie ist aber auch für die Pflege des Grabs von Konrad Adenauer auf dem Rhöndorfer Waldfriedhof zuständig, das zu wichtigen Jubiläen regelmäßig von der politischen Spitze der Bundesrepublik besucht wird.

Vom Berghang hinab an den Rhein kommt man an der 1903 errichteten Rhöndorfer Pfarrkirche St. Maria Heimsuchung vorbei. Hier erinnert nicht nur ein Platzschild an den regelmäßigen Kirchgänger Konrad Adenauer. In einem Seitenschiff findet sich eine Fenstergravur, auf der Adenauer mit Federschmuck der Sioux-Indianer dargestellt ist, was an seine Amerikareise von 1956 erinnern soll.

An der Durchgangsstraße in Rhöndorf liegt die 1714 gebaute Marienkapelle. Die Marienkapelle ist ein malerischer Barockbau vor dem Relief des Drachenfels. Im Inneren findet sich ein prachtvoll geschmückter Altaraufsatz.

Rhöndorf wurde im Pfälzischen Erbfolgekrieg komplett von französischen Truppen zerstört. Nur die Villa Merkens – heute als Haus im Turm bekannt – überstand die Feuersbrunst. Der Hauptturm stammt wahrscheinlich aus dem späten 13. Jahrhundert und wird mit einem klassizistischem Flügel an der rechten und einem neuzeitlichen an der linken Seite eingefasst. Das Haus im Turm liegt in einer kleinen Parkanlage und wird heute als Gastronomie genutzt.

Am Ziepchensplatz im Zentrum von Rhöndorf findet jeweils am ersten Septemberwochenende das Rhöndorfer Weinfest statt. Die am Drachenfels kultivierten Weine werden dann in gelöster Atmosphäre verkostet und das Damenkomitee versucht der Nachfrage nach ihren traditionelle Rievkooche Herr zu werden. Und wer mit dieser Spezialität nichts anzufangen weiß, dem sei das Rezept in bestem Rheinländisch empfohlen: Rievkooche sen e traditionell Esse. Se bstonn vür allem uss jeschällte, jeriwene Ääpel, die met Eije, Mäll, Ölisch, Salz, Peffer und Muskat zo nem Rievkoochedeijsch vermengk, un en ner Pann met heeßem Ööl ussjebacke weede. E bißje Klatschkies em Deijsch dräät dozo beij, dat die Rievkooche net ze schwer em Maare lieë.

Neben Konrad Adenauer gab es noch einen zweiten prominenten „Zuzögling“ in Rhöndorf: Max Riese. Er machte eine Erfindung, die wahrscheinlich fast jeder Deutsche kennt: Die aus Wollfett hergestellte Penaten-Creme. Riese erfindet die Formel 1904 in Köln und produzierte dann ab 1908 in Rhöndorf. Erst 10.000 Dosen pro Monat, 1929 dann schon 36.000 und zehn Jahre später bereits 500.000. 1986 verkaufen die Erben die Firma an Johnson & Johnson. Der Konzern verlegt die Produktion ins Ausland und auch das in den alten Werksanlagen unterhaltene Labor wird 2004 geschlossen.


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