Rhein-Westerwald

Beitrag erstellt 05.02.2010 - 08:12 von tomtom

Der Rhein-Westerwald erstreckt sich rechtsrheinisch zwischen Koblenz und BonnRheinromantik mit Weinbergen, urigen Gasthäusern und malerischen Altstädten. Weltgeschichte am Caput Limitis, dem Beginn des als UNESCO Weltkulturerbe geschützten römischen Grenzwalls Limes. Waldreiche Bachtäler im Einzugsgebiet der Wied und die Höhenzüge des Westerwälder Vulkanrückens: Das alles das verbindet das Urlaubsziel Rhein-Westerwald auf unvergleichliche Weise.

Vom unteren MIttelrheintal aus erheben sich die Höhen des WesterwaldsDer Rhein-Westerwald erstreckt sich rechtsrheinisch zwischen Neuwied im Süden und Unkel im Norden und entspricht im Wesentlichen dem Landkreis Neuwied. Lediglich das bereits zu Altenkirchen zählende Raiffeisenland wird dem Rhein-Westerwald noch zugerechnet, weil es zum gleichnamigen Naturpark zählt und sich auch kulturhistorisch durch das Schaffen des Sozialreformers Friedrich Wilhelm Raiffeisen zum Rhein hin orientiert. Unterhalb des Rhein-Westerwalds schließt sich am Sayn-Bach das Kannenbäckerland an. Östlich grenzt der Rhein-Westerwald an den Oberen Westerwald rund um Hachenburg.
 
Am Südwestrand des Rhein-Westerwalds liegt Neuwied, die größte Stadt im Westerwald und Sitz der Kreisverwaltung. Hinter den Deichanlagen zum Rhein befindet sich die schöne Altstadt mit Herrnhuter Viertel, Roentgenmuseum und einigen schönen Kirchen. Direkt am Rhein erhebt sich das Schloss Neuwied mit seinem großen Schlosspark und dem Denkmal für Prinz Maximilian zu Wied, der als Amerikaforscher das Vorbild für die Romanfigut Old Shatterhand lieferte.
 
Im Umland von Neuwied gehört das spätbarocke Schloss Engers zu den Sehenswürdigkeiten, die man sich nicht entgehen lassen sollte. Hier am Schloss Engers trifft der Thüringer Weg auf den Rhein und verbindet den Rheinsteig mit dem Rennsteig. Der schöne Zoo Neuwied, der Aubachstausee, die Burg Altwied und das Gelände um das frühere Schloss Monrepos bieten sich für einen Abstecher an.
 
Leutesdorf bei Bad Hönningen ist das älteste und größte Weindorf am unteren MittelrheinWeiter flussabwärts erreicht man das größte und älteste Weindorf am unteren Mittelrhein: Leutesdorf. Rund 1 Mio. Rebstöcke – zumeist Riesling – wachsen an den steilen Hängen von Leutesdorf, die schon einst der erste Dichter des Mittelalters beschrieb. Im Umland liegt Burg Hammerstein, die einst als sicherer Hort für die Aufbewahrung des Reichsschatz diente. Ein Abstecher zur  Rheinbrohler Ley hoch über dem Rhein und weiter ins Erlebnismuseum RömerWelt bieten sich an. Und auch ein Besuch von Bad Hönningen mit der Rheinpark-Therme und der Schmiedgasse sowie dem „Jahres-Schloss“ Arenfels sollte man einplanen.
 
Linz gilt wegen ihrer malerischen Altstadt als die bunte Stadt am RheinWeiter rheinabwärts kommt man nach Linz, der bunten Stadt am Rhein. Der Burgplatz mit römischer Glashütte und altem Kellerverlies ist ebenso wie die sich anschließende Altstadt ganzjährig Ziel von Rheintouristen. Hinter der Kleinstadt erhebt sich die Linzer Höhe. Bei St. Katharinen kann man bei einem Marsch durch den Wald die Burguine Rennenberg erreichen und frei besichtigen. In Vettelschoß geht es dann bis am Willscheider Berg bis auf 360m hinauf. Ins schöne Kasbachtal sind verschiedene Wanderwege ausgeschildert.
 
Blick von der Erpeler Lay bei Unkel auf den RheinAm Übergang des Rhein-Westerwalds in das Siebengebirge liegt Unkel, der Alterswohnsitz von dem früheren Bundeskanzler und Nobelpreisträger Willy Brandt. Ein Stadtteil von Unkel ist Scheuren, das für seine spätgotische Kapelle – den Scheurener Dom – bekannt ist. Ein beliebtes Wanderziel und natürlich auch eine Station des Rheinsteigs ist die Erpeler Ley, auf deren Gipfel ein Kreuz an die Schlacht um die Brücke von Remagen auf der anderen Rheinseite erinnert. Im Erpeler Kirchspielwald liegt mit dem Asberg (441m) der höchste Punkt der Linzer Höhe. Ganz im Norden schließlich erreicht man mit Rheinbreitbach den Übergang vom Rhein-Westerwald ins Siebengebirge.
 
Einmal im Norden angekommen bewegen wir uns die Strecke in „zweiter Reihe“ den Rhein entlang wieder zurück und beginnen an der Asbacher Hochfläche, einer offenen Höhenlandschaft mit viel Grünland und nur kleinsten Ortschaften. Schöne Wandertouren etwa zum Drudenborn, ins Hallerbachtal, zum Kloster Ehrenstein, zur Burgruine Altenwied und die Weißenfelser Ley lassen sich hier in herrlicher Natur unternehmen.
 
Von der Asbacher Hochfläche knickt die Wied bei Neustadt ab und bildet nun das Waldbreitbacher Wiedtal aus. Vom Roßbacher Häubchen (360m) soll schon Minnesänger Heinrich von Ofterdingen geblickt haben. Waldbreitbach selbst ist vor allem wegen des Klosters St. Marienhaus – Stammhaus der Waldbreitbacher Franziskanerinnen – und die Kreukapelle an der Wied bekannt. Bei Hausen erhebt sich der Malberg auf 373m und ein Basaltlehrpfad informiert über die geologischen Besonderheiten. Ganz still wird es dann im Fockenbachtal, einer der Kernzonen des Naturparks Rhein-Westerwald. Durch stille Wälder geht zu historischen Mühlen, dem Naturdenkmal Stangenstein oder der Ruine der Neuerburg.
 
Das Rengsdorfer Land schließt sich südlich an und bietet zwischen den Wiedzuflüssen Fockenbach und Laubach ein waldreiches Wandergebiet. Ausflugsziele sind etwa der Prinz-Max-Blick auf die Wied, das Naturdenkmal Weißer Stein am Gierender Bach und der Laubach-Wasserfall bei Melsbach. In Rengsdorf selbst sollte man einen Blick vom Aussichtspunkt Schauinsland aufs Neuwieder Becken werfen. Bei klarem Wetter kann man bis zur Festung Ehrenbreitstein in Koblenz sehen.
 
Östlich von Rengsdorf liegt die Dierdorfer Senke im Übergang zum Oberen Westerwald. Das Wandergebiet wird vom Holzbach geprägt, zu dessen Ufern sich die Stadt Dierdorf ausbreitet. Den Südrand der Senke markiert der Saynbach mit der Burg Isenburg und der gleichnamigen Siedlung. Zwischen Dierdorf und der Sayn liegt bei Kleinmaischeid der frühere geografische Mittelpunkt Europas.
 
Dem Lauf des Holzbachs folgend erreicht man das Puderbacher Land mit Wandermöglichkeiten in den Urbacher Märkerwald, zur Ruine der Burg Reichenstein, dem Hölderstein und dem Klettersteig Himmelsleiter bei Döttesfeld an der Mündung des Holzbachs in die Wied. Und für alle Fans der aus Funk und Fernsehen bekannten Schrottplatz-Dynastie der Ludolffs: Die vier Brüder wohnen am Fuße des Dernbacher Kopfs zwischen Dierdorf und Urbach.
 
Am Nordostrand des Rhein-Westerwalds liegt schließlich das Raiffeisenland. Hier wirkte der große Sozialreformer als Bürgermeister, bevor er nach Heddesdorf wechselte, hier wurde die erste Genossenschaft gegründet. Das Raiffeisenmuseum in Flammersfeld informiert über diese Zusammenhänge. Und nach der Kultur ab in den Wald: Zur Lahrer Herrlichkeit ins Tal der Wied, ins Grenzbachtal bei Horhausen oder zum Lahrbachtalstausee.
 
Der Rhein-Westerwald wird an seiner Westflanke vom Premium-Wanderweg Rheinsteig sowie seinem Vorgänger – dem rechtsseitigen Rheinhöhenweg begleitet. Bei Bad Hönningen treffen sich Rheinsteig und Westerwaldsteig. Letzterer führt ostwärts durch das Wiedtal auf den Hohen Westerwald. Zahlreiche lokale Rundwanderungen – mehrere hundert! – sind in der Region ausgeschildert.
 
Der Rhein-Westerwald erstreckt sich beidseits der Autobahn A 3 zwischen dem Dernbacher Dreieck im Süden und der Ausfahrt Neustadt/Wied im Norden. Westlich verläuft parallel zum Rhein die Bundesstraße B 42. Im Süden führt die Autobahn A 48 vom Dernbacher Dreieck an den Rhein nach Bendorf und Vallendar. Durch den Rhein-Westerwald zieht sich die Raiffeisenstraße B 256 von Neuwied nach Flammersfeld. Den südlichen Westerwald durchzieht die Bundesstraße B 413 von Bendorf nach Dierdorf.

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